Leonberger

Als Beschützer und Familienhund lässt sich der Leonberger gut in Ihr Leben integrieren. So majestätisch er durch seine Größe wirkt, umso gemütlicher ist er auch. Welche Aktivitäten mit diesem Vierbeiner empfohlen werden und warum Sie viel Bewegung nach der Fütterung vermeiden sollten, erfahren Sie in unserem Hundeportrait.

Steckbrief Leonberger

  • Rasse: Leonberger
  • Herkunft: Deutschland
  • Gewicht: Hündin bis 60 kg, Rüde bis 75 kg
  • Größe: Hündin 65 – 75 cm, Rüde 72 – 80 cm
  • Alter: sieben bis neun Jahre
  • Charakter: gutmütig, ruhig, entspannt, treu, furchtlos, kinderlieb, folgsam, bewegungsfreudig, beschützerisch, temperamentvoll, stur
  • Fell und Farbe: langes anliegendes Fell in den Farben Rot, Rotbraun, Sandfarben, schwarze Maske
  • Pflege: aufwändig
  • Bewegungsdrang: ausgeprägt
  • Besonderheiten: Familienhund, Löwenmähne, liebt Wasser, leicht erziehbar

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Anfang des 19. Jahrhunderts beschloss Heinrich Essig, der Stadtrat von Leonberg, einen Hund zu züchten, der dem Wappentier der Stadt, dem Löwen, ähnlich sieht. Circa 1840 paarte er einen Bernhardiner Rüden mit einer Neufundländer Hündin mit schwarz-weißem Fell.

In den folgenden Jahren nutzte Essig neben Bernhardinern auch Pyrenäenberghunde, um seine Zucht seinem Vorbild eines Löwen anzunähern. Bereits sechs Jahre nach Beginn der Zucht erblickten die ersten Leonberger das Licht der Welt.


Gut zu wissen:

Kaiserin Sissi kaufte höchstpersönlich einen Leonberger Welpen aus Essigs Zucht.


Die gutmütige und edel aussehende Rasse gewann schnell an Beliebtheit und wurde in- und außerhalb der Stadt als Zug- und Wachhunde gehalten. Während der Weltkriege hingegen war Nahrung rar. Nur wenige Menschen konnten sich einen großen Hund leisten, wodurch sich die Rasse stark dezimierte. Nach dem Krieg schlossen sich einige der Halter zusammen und begannen eine neue Zucht.

Heute zählen die Tiere mit der Standardnummer 145 zur FCI-Gruppe 2 “Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde”. In dieser Gruppe werden sie der Sektion 2.2 der Molossoide und Berghunde zugeordnet. Ihre Verwendung wird als Wach-, Familien- und Begleithund angegeben.

Aussehen

Leonberger sind sehr große Hunde mit einem dichten langen Fell. Ihre muskulöse und kraftvolle Statur, die harmonischen Proportionen und die selbstbewusste Haltung verleihen den Tieren ein edles Aussehen und so manchen bewundernden Blick.

Das lange Haar liegt trotz der dichten Unterwolle an und lässt den majestätisch anmutenden Körper erkennen. Die Haarstruktur kann mittelweich bis derb sein. Besonders Rüden bilden zwischen Hals und Brust eine Mähne, die ihnen ein königliches Erscheinungsbild verleiht.

Rute und sämtliche Läufe sind ebenfalls mit viel Fell besehen. Auffallend sind auch die ausgeprägten Hosen an den Hinterläufen der Tiere. Die Fellfarbe weist zahlreiche Variationen der verschiedensten Braun- Rot- und Gelbtöne auf, wie beispielsweise:

  • Löwengelb
  • Rot
  • Rotbraun
  • Sandfarben
  • Cremefarben
  • Fahlgelb

Lediglich das Fell der Maske im Gesicht und die Haarspitzen haben eine schwarze Färbung. Die mittelgroßen hängenden Hundeohren umrahmen das Gesicht. Der gleichmäßige schwarze Nasenrücken sowie die ovalen braunen Augen sind charakteristisch für den Leonberger.


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Charakter

Die kräftigen und majestätischen Vierbeiner sind gute Familienhunde, die sich durch ihr entspanntes Gemüt und ihre Gutmütigkeit auszeichnen. Dabei ist ihr Verhalten von einer hohen Kinderfreundlichkeit geprägt. Dies zeigt sich unter anderem in ihrer Freude an stundenlangem Spielen.

Vor allem als Welpen und Junghunde zeigen die Vierbeiner sich freudig und ungestüm und bezaubern ihr Umfeld mit ihrer tollpatschigen und unbeschwerten Art. Die ruhige Ausstrahlung des Tieres und seine Treue machen ihn zu einem wunderbaren Freund und Begleiter.

Die beschützerische und furchtlose Seite der Hunde ist durch ihre Nutzung als Wachhund erklärbar. Dabei zeigt sich das große Tier auch Unbekannten gegenüber gelassen und strahlt keine Aggressivität aus. Gebellt wird nur, wenn das eigene Territorium bedroht wird.

Ein Leonberger ist zwar furchtlos, aber nicht aggressiv. Die folgsamen und bewegungsfreudigen Tiere sind damit die idealen Begleiter, die ohne Probleme zu jeder Gelegenheit mitgenommen werden können.

Lebenserwartung

Die Rasse der Leonberger hat eine Lebenserwartung zwischen 7 und 9 Jahren. Als gezüchtete Stadthunde waren die Vorfahren der Vierbeiner mit Geräuschen und Lärm vertraut. Andererseits benötigen die großen und schweren Tiere viel Platz und bestenfalls einen Garten.

Wie alle großen Hunderassen sind auch diese Tiere erst nach dem 12. bis 18. Monat vollständig ausgewachsen. Achten Sie bei der Fütterung auf ein langsames Wachstum, indem Sie den Vierbeiner nicht überfüttern.

Um die Gelenke zu schonen sollten die jungen Tiere nicht überlastet werden. Gehen Sie daher lieber mehrmals täglich kleine Runden spazieren und meiden Sie dabei extrem steinige und unebene Wege.

Sportarten wie Joggen und Springen belasten Knochen und Gelenke, weshalb es sinnvoll ist, für solche Aktivitäten bis zum 18. Lebensmonat zu warten. Zudem sollten Hündinnen erst nach der ersten Läufigkeit kastriert werden, um den Hormonhaushalt nicht zu unterbrechen, der für ein vollständiges Wachstum wichtig ist.

Grundsätzlich kann hochwertiges Futter in angemessenen Mengen sowie Sport und geistige Herausforderungen die Lebenserwartung Ihres Tieres erhöhen. Hierzu tragen auch eine regelmäßige Pflege, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen sowie Prophylaxen bei. Stress hingegen wirkt kontraproduktiv und kann die Lebenserwartung sogar verkürzen.

Ernährung

Leonberger wiegen mit zwischen 60 und 75 Kilogramm ebenso viel wie Menschen. Dementsprechend hoch ist ihr Energiebedarf. Je nach Aktivität liegt dieser täglich zwischen einem und zwei Kilogramm Feuchtfutter oder 400 bis 800 Gramm Trockenfutter.

Um die Gefahr einer Magendrehung zu vermeiden, sollte die Nahrung zwei- bis dreimal täglich in kleinen Rationen serviert werden. Im Anschluss ist auf wildes Spiel zu verzichten. Trockenfutter können Sie auch erst in Wasser aufweichen lassen. Somit vermeiden Sie, dass sich das Futter erst im Magen ausdehnt und Sie den Vierbeiner überfüttern.

Beachten Sie bei dieser Rasse, dass sie eine ausgewogene Ernährung in passender Menge erhält. Leonberger tendieren zu Übergewicht, welches ihre Knochen und Gelenke belastet und sie krank macht.

Darüber hinaus sollten bereits die Welpen nicht überfüttert werden. Steigt dessen Gewicht zu rasant, können die Gelenke der Belastung nicht standhalten, was im Alter zu Gelenkbeschwerden führen kann.

Eine hochwertige Nahrung sollte aus folgenden Inhaltsstoffen bestehen:

  • Fleisch
  • Obst und Gemüse
  • hochwertigen Öle
  • gesunden Kohlenhydraten

Dabei ist es wichtig, auf ein Alleinfuttermittel mit einem niedrigen Rohaschegehalt zu achten. Die Versorgung mit Phosphor, Calcium und Proteinen sollte ebenfalls nicht zu hoch sein. Eine offene Deklaration ist einer geschlossenen vorzuziehen.

Dabei wird beispielsweise “Mais” als Inhaltsstoff genannt, statt “Getreide” anzugeben. Verzichten Sie zudem auf Futtermittel mit Süßungsmitteln, chemischen Geschmacks- und Konservierungsstoffen.

Haltung & Platzbedarf

Entsprechend der eigenen Größe und des ausgeprägten Bewegungsdranges benötigen Leonberger viel Platz. Dabei ist ein Haus mit eingezäuntem Garten ideal. Als gezüchteter Stadthund kann das gelassene Tier dort ebenso leben wie auf dem Land. Grundsätzlich sollte die Möglichkeit von genügend Auslauf in der Natur gegeben sein.

Leonberger können wie alle großen Hunderassen an Hüftgelenksdysplasie oder Ellenbogendysplasie leiden. Daher bieten sich Wohnungen oder Häuser an, bei denen das Tier keine Treppen steigen muss. Knochentumore treten bei dieser Rasse ebenfalls gehäuft auf.

Diese Hunderasse ist zwar entspannt, aber kein Hund möchte gerne täglich mehrere Stunden von seinem Menschenrudel getrennt sein. Bedenken Sie diesen Faktor, falls alle Familienmitglieder unter der Woche im Büro und in der Schule sind.

Harmonie

Leonberger sind sehr familien- und kinderfreundlich. Die gelassenen Tiere kann wenig aus der Ruhe bringen. Zudem lieben sie es, stundenlang zu spielen. Unbekannten Personen gegenüber verhält sich der treue Vierbeiner gelassen. Er bellt erst, wenn er sein Revier bedroht sieht.

Aufgrund seiner entspannten Persönlichkeit ist ein Leonberger reisefreundlich. Allerdings können Probleme bezüglich seiner Größe auftreten. Diese ist für einige Unterkünfte bereits ein Ausschlusskriterium.

Leonberger haben so gut wie keinen Jagdtrieb. Daher ist das Zusammenleben der Hunde mit anderen Haustieren möglich, wenn der Vierbeiner von klein an daran gewöhnt wurde. Im Freien begegnet der große Hund allen freundlich, wobei es unter Rüden manchmal zu Komplikationen kommen kann.

Die ruhigen und entspannten Tiere fügen sich in der Regel problemlos in eine Familie ein und bereichern diese mit ihrer umgänglichen Art.

Zeitaufwand

Zwar sind Leonberger entspannte Zeitgenossen, dennoch benötigen sie als ehemalige Zughunde ihre tägliche Bewegung. Jene sollte sich in mindestens drei Ausläufen oder Tätigkeiten täglich äußern. Eine Ausbildung zum Rettungshund ist auch möglich und fördert den Leonberger. Darüber hinaus wollen die Hunde ihr Menschenrudel überallhin begleiten.

Als gemeinsame Aktivitäten können sich lange Spaziergänge ebenso eignen wie Hundesport. Die großen Wasserratten lassen sich beispielsweise zu Apportierübungen und Dummytraining in Gewässern motivieren. Einem Spiel mit dem Wasserschlauch im Garten sind die Löwen-ähnlichen Hunde ebenfalls nicht abgeneigt.

Zudem ist die Fellpflege der Tiere aufwändig und sollte einkalkuliert werden. Darüber hinaus ist durch den Haarverlust ein häufiges Putzen notwendig.

Erziehung

Der ruhige Hund benötigt klare Regeln, die konsequent eingefordert werden. Leonberger haben eine große Unterordnungsbereitschaft und folgen einem selbstsicheren Herrchen oder Frauchen bereitwillig.

Bereits aufgrund der Größe und Kraft der Tiere ist eine frühe Erziehung und Gehorsam wichtig für ein gelungenes Zusammenleben. Gerade bei Spaziergängen und Kontakt mit fremden Menschen und Tieren ist dies wichtig.

Dabei sollten die Regeln nicht mit Aggression oder Lautstärke eingefordert werden. Hiermit stößt man bei dem sensiblen Tier auf einen Dickschädel. Gelassenheit, Leckerlis und Lob hingegen treffen auf offene Türen und ermöglichen eine gute Zusammenarbeit.

Pflege

So schön das lange Fell der Leonberger aussieht, so viel Arbeit macht es auch. Diese Hunderasse haart sehr viel. Ein tägliches Bürsten des Fells ist besonders während des Fellwechsels unumgänglich.

Nach Spaziergängen im Grünen sollten die langen Haare von Schmutz, Kletten und Co. befreit werden. Vor allem im Sommer ist darüber hinaus eine gründliche Suche nach Parasiten wie Zecken wichtig.

Trimmen und Scheren des Fells ist nicht notwendig, da die langen Haare im Sommer eine Schutzschicht gegen die Wärme bilden. Scheren würde einen gegenteiligen Effekt erzielen und dem Vierbeiner schaden, da seine Haut der Hitze und UV-Strahlung ausgeliefert wäre.

Durch die hängenden Ohren steht die Luft im Gehörgang. Die feuchte und warme Umgebung ist eine ideale Grundlage für die Verbreitung von Bakterien und Pilzen. Daher sollten Sie die Ohren zweimal pro Woche reinigen.

Darüber hinaus ist eine Zahnpflege durch Kauknochen sowie mittels Hundezahnbürste und -zahnpasta wichtig, um Zahnstein und Karies zu vermeiden. Wie bei allen Hunden gilt es auch beim Leonberger, die Krallen etwa alle drei Wochen zu kürzen und die Ballen zu pflegen.

Wenn die Krallen auf Holz oder Stein klappern, sind sie zu lang. Besonders im Sommer und Winter kann der Untergrund für raue Ballen sorgen. Dem gilt es präventiv und nach dem Spaziergang mit Ölen und Fetten entgegenzuwirken.

Gesundheit

Leonberger neigen nicht zu besonderen Erkrankungen. Wie bei allen großen Hunderassen besteht allerdings die Gefahr einer Hüftgelenksdysplasie oder Ellenbogendysplasie. Um diesen vorzubeugen, sollten die Tiere während des Wachstums geschont werden.

Dies können Sie durch angemessene Futterrationen und kurze Spaziergänge umsetzen. Darüber hinaus kann die Vermeidung von Treppen die Belastung der Gelenke und damit das Risiko einer Erkrankung deutlich senken.

Des Weiteren sollte die Kastration einer Hündin frühestens nach der ersten Läufigkeit erfolgen. Somit haben die Hüften und Geschlechtsorgane Zeit, sich vollständig auszubilden. Hierdurch können Dysplasien und Blasenentzündungen sowie vaginaler Pilzbefall eingedämmt werden.

Kostenpunkt

Leonberger sind große Hunde, die das Körpergewicht eines Menschen auf die Waage bringen. Dementsprechend hoch ist ihr Bedarf an Nahrungsmitteln. Zudem sollten Sie bei der Anschaffung beachten, dass große Hundekörbe, -näpfe, Transportboxen etc. mehr kosten als ihr kleines Pendant.

Prophylaxen gegen Parasiten sowie Medikamente sind für größere Tiere aufgrund der höheren Menge ebenfalls teurer. Sollte eine Hüftgelenksdysplasie oder andere Gelenkbeschwerden auftreten, ist deren Behandlung kostspielig. Eine Operation kann z.B. um die 5.000 Euro kosten.

Da das Tier zwischen 30 und 60 Kilogramm Nassfutter oder 12 und 24 Kilogramm Trockenfutter pro Monat konsumiert, fallen auch hier einige Kosten an. Hinzu kommen Ausgaben für die Erstausstattung mit Leine, Halsband, Fressnapf, Hundekorb, Transportbox, Hundespielzeug etc.

Des Weiteren müssen Sie die laufenden Kosten wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Prophylaxen einkalkulieren. Hinzu kommen gegebenenfalls Ausgaben für die Fellpflege, die Hundeschule und Freizeitaktivitäten sowie eine Versicherung und die Hundesteuer.

Alles in allem können sich die Kosten für einen großen gesunden Hund daher pro Monat um die 200 Euro oder mehr belaufen.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Leonberger sind majestätische große Tiere mit einem entspannten Charakter. Die ruhigen Vierbeiner lieben Kinder und fügen sich gut in eine Familie ein. Als ehemalige Zug- und Wachhunde schützen sie ihr Menschenrudel und Territorium, ohne aggressiv zu sein. Die Rasse ordnet sich gerne einer selbstsicheren Führung unter und kommt gut mit anderen Menschen und Tieren aus.

Für Ihren Leonberger sollten Sie ausreichend Zeit einplanen, um diese gemeinsam mit dem Vierbeiner verbringen zu können. Zudem sollten Sie genügend Platz und bestenfalls einen Garten haben, indem sich der Vierbeiner aufhalten kann. Bedenken Sie auch die hohen Kosten für Futter und Co.

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