Britisch Langhaar

Das flauschige Fell der Britisch Langhaar lädt zum Kuscheln ein. Sie bekommen es mit einer ausgeglichenen und pflegeleichten Katze zu tun. Britisch Langhaar sind ideale Familienkatzen, die sich auch mit tierischen Hausgenossen bestens arrangieren können. Unser Rassekatzen-Porträt verrät Ihnen weitere erstaunliche Eigenschaften. So kennen Britisch Langhaar beispielsweise keine Furcht vor Wasser.

Steckbrief

  • Rasse: Britisch Langhaar/British Longhair
  • Herkunft: Großbritannien
  • Gewicht: Katze 4 bis 6 kg, Kater bis zu 8 kg
  • Größe: mittelgroß
  • Alter: bis 15 Jahre, zuchtabhängig
  • Charakter: verspielt, intelligent, sozial, verschmust, selbstbewusst, menschenbezogen, treu
  • Fell und Farbe: halblang bis lang, dicht mit Unterwolle; alle Farben erlaubt, darunter auch Point-Farben, Tabby, Tortie, Torbie, Chinchilla, Colorpoint und zweifarbig
  • Pflege: moderat bis aufwendig
  • Bewegungsdrang: moderat
  • Besonderheiten: kompakter Körperbau, flauschig, wenig wasserscheu

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Die Britisch Langhaar stammt aus Großbritannien und wird auch als Highlander, Lowlander oder Britannica bezeichnet, was die Vermutung zulässt, dass diese Rasse zum ersten Mal in Schottland gezüchtet wurde. Bei der BLH handelt es sich um eine Kreuzung aus einer British Shorthair/Britische Kurzhaar mit einer Perserkatze.

Diese Einkreuzung mit dieser Langhaarkatzenrasse wurde nach den beiden Weltkriegen vorgenommen, da sich in dieser Zeit der Genpool der Britisch Kurzhaar offenbar stark dezimiert hatte.


Wissenswertes:

Bei dem Langhaargen handelt es sich übrigens um ein rezessiv vererbbares Merkmal, demnach tragen dies also auch die BKH in ihrer DNA. Deshalb kann es innerhalb der Zucht dieser Rasse immer wieder auch zu Langhaarkatzen kommen. Übrigens wurden diese früher nicht für eine weitere Zucht benutzt, sondern kastriert an Katzenliebhaber weitervermittelt.

Inzwischen ist die Britisch Langhaar als eigenständige Rasse anerkannt, wenn auch mit einem provisorischen Status, wie im Fall durch die FIFe.


Aussehen

Die Britische Langhaar ähnelt vielfach optisch der Perserkatze, was vor allem der Schnauze geschuldet ist, die je nach „Zuchtanspruch“ gedrungen ausfallen kann. Zusammen mit einem großen, runden Kopf verleiht das dieser Rasse oft eine Ähnlichkeit mit einem Teddybären. Das auffälligste Merkmal ist selbstverständlich das mittellange bis lange Fell, das sehr plüschig und dicht ist.

Dennoch sind die Haare sehr fein und werden von einer starken Unterwolle „aufgeplustert“. Dieses Fell bedeckt einen kompakten und kräftigen Körper mit kurzen und stämmigen Beinen, die in ebenfalls kräftigen Pfoten enden. Auch der restliche Körperbau ist durch Kompaktheit gekennzeichnet, inkl. kleiner Ohren, die relativ weit auseinanderstehen.

Bezüglich der Fellfarbe ist quasi alles erlaubt, und auch Tabbys und Point-Farben können bei dieser Rasse vorkommen. Was für das Fell gilt, gilt auch für die Augen, die in allen Farben vorkommen dürfen, also Orange, Gelb, Grün, Kupfer oder Blau.


Hilft der Katze beim Verdauen:

TRIXIE Katzenmalz - 100 g
TRIXIE
3,73 €
inkl. MwSt, zzgl. Versand
37,30 €/ kg
Sofort lieferbar

Charakter

Die Britisch Langhaar gilt als ausgesprochen entspannte Katzenrasse mit einer für Samtpfoten sehr hohen Stresstoleranz, die so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Auch Kinderlärm und Trubel kann diese Rasse gelassen entgegenblicken, was sie zu einer idealen Familienkatze macht.

Zudem gehört sie zu den sehr menschenbezogenen Katzen, die demnach die Nähe ihrer Bezugspersonen sucht und ausgiebige Schmuse- und Streicheleinheiten liebt.

Lebenserwartung

Stammt die Britisch Langhaar aus einer seriösen Zucht und wird artgerecht gehalten, kann sie bis zu 15 Jahre alt werden. Inzucht kann die Lebenserwartung dagegen drastisch verringern.

Neben einer gesunden Abstammung sind weitere Dinge wichtig, mit denen Sie Ihrer neuen schnurrenden Mitbewohnerin ein langes und glückliches Leben bieten können:

Beschäftigung und Aufmerksamkeit: Das lieben und brauchen alle Katzen, menschenbezogene Rassen aber umso mehr.Ein gesundes Gewicht: Gerade ältere Katzen neigen dazu, ein wenig zuzunehmen, da sie sich weniger bewegen und sich auch der Stoffwechsel verlangsamt. Dies ist übrigens auch im Herbst und Winter der Fall. Achten Sie also darauf, dass Ihre BLH immer die passende Futtermenge und das richtige Futter bekommt.

Ernährung

Manche Katzen sind wahre Gourmets, wenn es um das richtige Futter für sie geht und es wird bei Weitem nicht alles verspeist, was wir ihnen vorsetzen. Die Britisch Langhaar soll hier eine Ausnahme bilden und katzenuntypisch sehr unkompliziert sein.

Dennoch sollte das Futter bestimmte Voraussetzungen mitbringen, damit Ihre Britisch Langhaar sich bester Gesundheit erfreuen kann:

  1. Es sollte einen möglichst hohen Anteil an tierischen Eiweißen haben, die gut für den Muskelaufbau und den Fettstoffwechsel sind.

  2. Getreide und auch Obst haben im Katzenfutter generell nichts verloren, da sie von Natur aus nicht Bestandteil einer Katzenernährung sind und demnach schlecht bis gar nicht verdaut werden können.

  3. Tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse sowie künstliche Aroma-, Farb- und Zusatzstoffe sollten sich ebenso wenig in Trocken- oder Nassfutter finden, da diese langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Sofern Sie sich an diese Ernährung herantrauen, können Sie unter Absprache mit dem Tierarzt auch eine Barf-Ernährung in Erwägung ziehen. Diese baut auf Fleisch und Fisch auf und gilt gemeinhin als natürlichste Art der Futteraufnahme.

Haltung & Platzbedarf

Die Britisch Langhaar ist durchaus gerne in der freien Natur unterwegs, verspürt hier aber nicht den gleichen Freiheitsdrang, wie manch andere Rasse oder auch Hauskatze. Sie ist ebenso glücklich und zufrieden mit der Wohnungshaltung in „ihren“ vier Wänden, sofern es hier ausreichend Kletter-, Kratz- und Versteckmöglichkeiten gibt. Damit hat sie einen moderaten Anspruch an den Platzbedarf.

Harmonie

Die BLH ist sehr entspannt und kommt demnach mit so ziemlich jedem zwei- und vierbeinigen Mitbewohner zurecht. Damit ist sie also auch die ideale Begleitung, wenn bereits ein Hund bei Ihnen lebt oder (ebenfalls) bei Ihnen einziehen soll.

Zeitaufwand

Jede Katze benötigt Zeit mit ihren Menschen – so auch die Britisch Langhaar, die als Schmusemaus hier durchaus ihre Zeit einfordern kann und wohl auch wird. Hinzu kommt natürlich auch die Zeit, die Sie für die Fellpflege, das Füttern und das Reinigen der Katzentoilette einplanen sollten. Dies bewegt sich in der Regel aber in einem sehr moderaten Rahmen.

Erziehung

Ein seriöser Züchter wird darauf achten, dass Ihre Britisch Langhaar bereits als Kätzchen artgerecht sozialisiert wurde, also weiß, was Stubenreinheit bedeutet und auch gut mit anderen Katzen und ggf. Haustieren sowie Menschen zurechtkommt.

Demnach ist die Erziehung bei dieser Rasse recht unkompliziert und Ihre neue Mitbewohnerin sollte sich schnell an die neuen Hausregeln anpassen.

Pflege

Langhaarkatzen kämpfen gewissermaßen jeden Tag mit ihrem voluminösen Fell. Gerade bei der Unterwolle kommt es zudem häufig zu Verfilzungen, vor allem während des Fellwechsels. Über eine regelmäßige Unterstützung durch Kämmen und Bürsten freut sich Ihre BLH, sofern Sie dies geschickt und feinfühlig hinbekommen. Das kann zudem die emotionale Bindung zwischen Ihnen und Ihrer Britisch Langhaarkatze stärken.

Gesundheit

Leider kommt es scheinbar vor allem bei Langhaarkatzen immer wieder zu Inzucht und Rückkreuzungen, die sich in einem extrem limitierten Genpool niederschlagen und zu ernsthaften Erbkrankheiten bzw. Erkrankungen führen können. Da macht auch die Britische Langhaarkatze vielfach traurigerweise keine Ausnahme.

Zu den Krankheiten zählen die folgenden drei:

  1. Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Diese vererbbare Krankheit zählt zu den häufigsten Todesursachen bei überzüchteten Britisch Langhaarkatzen. Sie ist vor allem unter Perserkatzen und Siamkatzen weit verbreitet und tritt aufgrund der Kreuzung mit der Perser auch bei der Britisch Langhaar auf.

  2. Hypertrophe Kardiomyopathie (HKM): Auch diese Erkrankung, bei der sich der Herzmuskel langsam verdickt, kann vererbt werden. Britisch Langhaar können zudem an einem plötzlichen Herztod sterben. Dieser kann bereits im Kittenalter vorkommen. Ein seriöser Züchter wird darauf achten, dass bereits die Elterntiere nicht diese genetische Information besitzen und damit nicht weitervererben können.

  3. Feline Infektiöse Peritonitis (FIP): Diese Krankheit, die in den meisten Fällen tödlich verläuft, wird durch eine Mutation des Felinen Coronavirus ausgelöst, das sich im Darmtrakt der Britisch Langhaar einnistet. Diesen Virus haben viele Katzen und auch hier sollte der Züchter einen entsprechenden Test machen lassen, da dieses Virus sehr häufig vom Muttertier auf die Kätzchen übertragen wird.

Achten Sie also bitte immer darauf, dass die entsprechenden Gesundheitszeugnisse vorliegen und Ihr Kätzchen aus einer gesunden Zucht stammt!


Gut zu wissen!

Das Immunsystem unsere Miezen liegt im Darm. Das ist vor allem bei einer Katze, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wichtig zu wissen. Denn: Die Mutation wird durch eine Überfunktion des Immunsystems hervorgerufen. Daher ist es wichtig, dass das Immunsystem immer im Gleichgewicht ist und auch die Ernährung in diesem Fall zu einer gesunden Darmflora beiträgt!

Auch Immunbooster können hier unterstützend wirken bzw. vorbeugen. Übrigens sollten Sie in diesem Fall die Katzentoiletten einmal wöchentlich desinfizieren und mit neuem Einstreu grundreinigen.


Kostenpunkt

Britisch Langhaar-Kitten kosten im Durchschnitt 800 Euro, sofern sie aus einer gesunden Zucht stammen. Neben den Anschaffungskosten fallen selbstverständlich auch Kosten für die Erstausstattung sowie für Dinge an, die regelmäßig erneuert bzw. aufgefüllt werden müssen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Katzenbetten oder Katzenkörbe
  • Katzentoiletten und Katzenstreu
  • Katzenfutter sowie Futter- und Trinknäpfe
  • Kratz-, Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten

Ebenfalls einplanen sollten Sie regelmäßige und mindestens einmal jährlich stattfindende Routineuntersuchungen beim Tierarzt sowie – je nachdem, ob Ihre Mieze ein Freigänger ist oder nicht – Auffrischimpfungen und Wurmkuren.

Ggf. kann das Abschließen einer Katzenversicherung sinnvoll sein, die in der Regel einen moderaten Jahresbeitrag bedeutet.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Jedes Haustier bedeutet, dass wir die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Das heißt, dass wir in unserem „bisherigen“ Leben Einschnitte machen und Kompromisse eingehen müssen sowie unseren Zeitplan auch auf unsere schnurrenden Vierbeiner einstellen sollten. Das gilt nicht nur für Katzen, die in Einzelhaltung bei uns wohnen, sondern auch für Mehrkatzenhaushalte.

Gerade Rassen, die enge Bindungen zu ihren Lieblingsmenschen aufbauen, benötigen dabei ein wenig mehr Zeit, als es vielleicht andere Rassen tun. Sie sollten sich im Klaren sein, dass Sie jeden Tag genug Zeit einplanen müssen. Sie sollten auch niemals den finanziellen Aspekt aus den Augen verlieren.

In der Regel sind unsere Miezen relativ robust. Es kann aber auch sein, dass die Samtpfote an einer Erbkrankheit leidet, die wiederum wiederholte Tierarztbesuche und Spezialfutter notwendig macht.

In diesem Fall kommt auch ein emotionaler Aspekt zum Tragen, denn: Solche Situationen sind auch für uns Menschen eine Herausforderung und dies sollte demnach ebenfalls in Ihre Überlegungen mit einfließen. Haben Sie diese Punkte gründlich durchdacht und hängt Ihr Herz bereits jetzt schon an einer Britisch Langhaar, wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem seriösen Züchter und natürlich viel Freude mit Ihrer neuen Mitbewohnerin!

Weitere beliebte Beiträge