Hauskatze

Hauskatzen stecken voller Überraschungen. Alle Farben und Zeichnungen kommen vor. Jeder Hauskatze wohnt eine wilde Seele inne. Unser Katzen-Porträt verrät Ihnen mehr über ein Tier, das sich gern auf Abenteuer einlässt und voller Neugierde und Temperament zu stecken scheint. Hauskatzen lassen sich nicht gern einsperren. Sorgen Sie daher für Freigang oder einen Spielgefährten in der katzengerecht ausgestatteten Wohnung. 

Steckbrief

  • Rasse: Hauskatze
  • Herkunft: Ägypten
  • Gewicht: Katze 3-4 kg, Kater 4-5 kg
  • Größe: 23-25 cm Schulterhöhe, 50 cm Körper- und 30 cm Schwanzlänge
  • Alter: Wohnungskatze 12-16 Jahre, frei lebend 1-4 Jahre
  • Charakter: neugierig, verspielt, verschmust, eigenwillig, freiheitsliebend
  • Fell und Farbe: kurzes Fell, alle Farbtöne und -maserungen
  • Pflege: einfach
  • Bewegungsdrang: groß
  • Besonderheiten: täglicher Schlafbedarf 12-16 Stunden

Inhaltsverzeichnis


Herkunft/Zucht

Die Hauskatze zählt zur Ordnung der Raubtiere und gehört damit zu der Kategorie der katzenartigen. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Felis catus „die Hauskatze“. Früher wurde sie vor allem an Häuser und Höfe gelockt, um diese vor Mäuseplagen zu schützen. Doch durch die Domestizierung werden die Samtpfoten inzwischen fast ausschließlich zum Vergnügen gehalten.

Mittlerweile sind sich Forscher einig, dass sich die Ursprünge der Hauskatze bis ins alte Ägypten zurückverfolgen lassen. Während die südasiatische Rohrkatze als eine Vorfahrin der Hauskatze strittig ist, scheint eine Abstammung von der Falbkatze sicher.

Die wissenschaftlich Felis lybica benannte Afrikanische Wildkatze soll bereits vor rund 4.000 Jahren Kornspeicher vor Nagetieren freigehalten und als Jagdbegleiter erlegte Beutetiere aus dem Gebüsch gezogen haben. Im Gegenzug erfuhren die Katzen hohe Verehrung, wurden nach ihrem Tod einbalsamiert und zur Zeit der Pharaonen als Hausgötzen verehrt. Mehr als eine Göttin wurde in Katzengestalt dargestellt und dem Sonnengott Re wurden katzenähnliche Gesichtszüge nachgesagt.

Über den Wasserweg kam die Katze bereits vor Christi Geburt nach Europa und bahnte sich ihren Weg vom geduldeten Nutztier an Bauernhöfen bis zum Familienmitglied in städtischen Wohnungen. Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen, als Hauskatzen gelten dabei die Samtpfoten, die weder einer bestimmten Rasse zuzuordnen sind noch einen Stammbaum besitzen.


Schon gewusst?

Nicht immer wurden Hauskatzen verehrt. Im Mittelalter galten schwarze Katzen sogar als Verkörperung des Teufels und sogar noch heute befürchten abergläubige Menschen, dass ein Unglück naht, sobald eines dieser Tiere vor ihnen den Weg von links nach rechts kreuzt.


Aussehen

Obgleich sich Hauskatzen aufgrund fehlender spezifischer Rassenmerkmale voneinander unterscheiden, erkennen Sie eine Hauskatze dennoch auf Anhieb: Mit einer Schulterhöhe von bis zu 25 und einer Kopf-Rumpf-Länge von ungefähr 50 Zentimetern sind ihre Proportionen sehr ausgewogen.

Ihr Schwanz misst bis zu 30 Zentimeter, große Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen lassen sich nicht ausmachen. Kater sind nur geringfügig größer, jedoch ist ihr runder Kopf oft ein wenig dicker.

Hauskatzen haben lange Eckzähne und werden bis zu vier Kilogramm schwer. Darüber hinaus sind sie wahre Multitalente:

  • Tastsinn: Dank ihrer langen Tasthaare an der Schnauze erkennen Hauskatzen auch im Dunkeln Gegenstände und bemerken durch die empfindlichen Tastrezeptoren an ihren Vorderpfoten selbst geringste Bodenerschütterungen.

  • Sehsinn: Durch die frontal ausgerichteten grünen, blauen oder kupferfarbenen Augen müssen Hauskatzen ihren Kopf für einen Blickrichtungswechsel zwar zur Seite drehen, doch mit einem Sichtwinkel von bis zu 220 Grad ist ihr räumliches Sehen besonders ausgeprägt. Katzen können auch in Dunkelheit sehr gut sehen, ihre Pupillen verengen sich dann zu vertikalen Schlitzen und beginnen zu leuchten.

  • Hörsinn: Mit der Fähigkeit, Töne im Ultraschallbereich wahrzunehmen, zählt das Gehör von Hauskatzen zu den besten aller Säugetiere. Ihre kleinen Ohren beginnen mit einem breiten Ansatz und laufen in Dreiecksform nach oben leicht abgerundet zu. Normalerweise stehen sie aufrecht, Katzen sind allerdings in der Lage, sie separat in unterschiedliche Richtungen zu bewegen oder flach an ihren Kopf anzulegen.

  • Gleichgewichtssinn: Katzen sind Trapezkünstler und absolut schwindelfrei. Sollten Sie doch einmal aus hoher Höhe fallen, drehen sie sich in der Luft automatisch in Bauchlage, strecken die Beine aus und landen auf ihren Pfoten.

  • Geruchssinn: Ihr Geruchssinn ist zwar besser als der von Menschen, allerdings nicht so gut wie der von Hunden. Hauskatzen erkennen salzige, saure, herzhafte und bittere, allerdings keine süßen Aromen. Reiben sie ihren Kopf an Artgenossen oder Ihnen als ihrem Besitzer, ist dies nicht nur ein Zeichen der Zuneigung: Durch Duftdrüsen markiert sie darüber hinaus die Zusammengehörigkeit.

Große Variabilität zeigt die Hauskatze auch hinsichtlich der Farbe ihres kurzen, dichten, seidigen Fells: Obgleich die als Tabby bezeichnete typische Tigerzeichnung in Grau besonders weit verbreitet ist, finden sich auch Hauskatzen mit getupftem, ein- oder mehrfarbigem Fellfarben und Mustern in sämtlichen Tönen.

Interessanter Fakt: Ein Katzenskelett besteht aus 230, das des Menschen aus 206 Knochen.


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Charakter

Die Charakterisierung einer Hauskatze ist Ihnen bestimmt nicht fremd: Man weiß nie genau, was die Tiere als Nächstes vorhaben. Im Gegensatz zu einer Rassekatze fällt die Hauskatze weniger durch spezifische Charaktereigenschaften als vielmehr eine Bandbreite an Verhaltensweisen auf. In einem Moment kann sie schnurren, schmusen und anhänglich sein, um eine Minute später allein auf die Pirsch zu gehen.

Vor allem aber sind Hauskatzen neugierig und freiheitsliebend. Sie haben ihren eigenen Kopf und entscheiden selbstständig, ob sie gerade Lust auf Ein- oder Zweisamkeit haben. Dabei wirken sie zu jeder Zeit edel und erhaben. Eine typische Übersprunghandlung: Nach gefährlichen Situationen putzen sich Hauskatzen mit ihren Pfoten und beruhigen sich damit selbst.

Lebenserwartung

Katzen sind während ihrer Rolligkeit voll auf ihren möglichen Partner fokussiert. Sie paaren sich im Frühjahr und Sommer, die Schwangerschaft dauert rund neun Wochen, ein Wurf besteht zumeist aus drei bis sechs Neugeborenen.

Diese sind anfangs komplett hilflos, erst nach zehn Tagen öffnen sie ihre Augen, beginnen zu hören und zu laufen. In dieser Zeit verdoppeln sie Körpergröße und -gewicht auf 20 Zentimeter und 200 Gramm. Nach vier Wochen nehmen sie feste Nahrung zu sich, nach frühestens zwei Monaten dürfen die Jungtiere von der Katzenmutter getrennt werden und nach ca. einem Jahr gelten sie als ausgewachsen.

Die Lebenserwartung einer in Haus oder Wohnung lebenden Hauskatze beträgt zwischen 14 und 18 Jahren, wobei freilaufende Katzen oft nur zwischen einem und vier Jahren alt werden. Die größte Gefahrenquelle für einen Freigänger ist das Auto. Grundsätzlich haben Katzen eine etwas höhere Lebenserwartung als Kater.

Ernährung

Katzen sind Fleischfresser. Sie können guten Gewissens zu Fertigfutter greifen. Eine Ausgewogenheit aus Trocken- und Nassfutter ist empfehlenswert, wobei das Tier zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben sollte. Füttern Sie Ihre Katze zwei- bis dreimal täglich, die Zeiten können Sie gut an Ihren Tagesrhythmus anpassen.

Junge Katzen benötigen Spezialkost, doch auch Alleinfuttermittel für erwachsene Hauskatzen enthalten alle erforderlichen Nährstoffe. Katzen sind allerdings sehr wählerisch – bieten Sie daher verschiedene Futtersorten an. Sie erkennen schnell, womit Sie Ihrem Vierbeiner die größte Freude machen.

Die Futtermenge lässt sich pauschal nicht bestimmen, sondern richtet sich nach Größe und Alter Ihrer Katze. Wohnungskatzen ohne Freigang benötigen eine geringere Futtermenge als Hauskatzen mit Auslauf.

Haltung & Platzbedarf

Katzen brauchen Freiraum – auch körperlich. Ein Haus mit Garten und Katzenklappe ist ideal, besitzen Sie einen Balkon, werden Sie Ihre Hauskatze häufig dort antreffen. Viele Katzenhalter halten ihre Katze allerdings ausschließlich in einer Wohnung – ist sie von Geburt an daran gewöhnt, ist dies bei viel Zuneigung und viel Abwechslung auch möglich.

Sie sollten ihr dann allerdings etwas bieten – und möglichst keine zerbrechlichen Gegenstände unbefestigt platzieren. Katzen rennen und springen viel und stoßen dabei auch mal etwas um. Mit einem Kratzbaum umgehen Sie die Gefahr, dass das Tier seine Krallen am Holzbein des Esstisches schärft.

Harmonie

Von wegen wie Hund und Katze: Hauskatzen verstehen sich in der Regel mit den besten Freunden des Menschen besser als mit Nagetieren oder Vögeln. Kleine Kinder sollten Sie auf die Unberechenbarkeit von Hauskatzen hinweisen – halten sie die kleine Hand des Kindes für Beute, können Hauskatzen mitten im Spiel plötzlich ihre Krallen ausfahren.

Katzen verlassen ihr Revier nicht gerne. Obgleich Sie sie im Auto oder Flugzeug transportieren können, sollten Sie bei einer Urlaubsreise lieber für einen Fütterungs- und Spieldienst bei sich zu Hause sorgen.

Zeitaufwand

Hauskatzen sind zwar unabhängig, wünschen sich jedoch auch Ihre Zuneigung. Neben Streicheleinheiten zählt auch ein umfangreiches Spielprogramm dazu, mit dem Sie den Jagdinstinkt Ihrer Hauskatze trainieren können. Obwohl Katzen bis zu 16 Stunden am Tag schlafen und eher dämmerungsaktive Tiere sind, passen Sie sich Ihrem Tagesverlauf an.

Achten Sie auf eine stets gereinigte Katzentoilette. Katzen sind sehr reinliche und besonders empfindsame Tiere.

Erziehung

Trotz ihrer Eigenständigkeit lassen sich auch Katzen erziehen. Möchten Sie ihrem Tier bestimmte Verhaltensweisen an- oder abgewöhnen, setzen Sie auf Lob statt auf Strafe und seien Sie geduldig. Nach einer Weile wird die Katze die gewünschten Verhaltensweisen annehmen. Je jünger sie ist, desto schneller werden Ihre Erziehungsmaßnahmen fruchten.

Pflege

Hauskatzen sind besonders reinliche Tiere und übernehmen den Großteil ihrer Fellpflege selbst, indem sie mit Zunge und Pfoten ihre Haare glätten. Das kurze Fell der Hauskatzen verklebt nicht und entbindet Sie von Bürsten oder Scheren. Die Krallen müssen Sie nur dann kürzen, wenn sie aufgrund fehlender Kratzmöglichkeiten zu lang werden. Kontrollieren Sie jedoch wöchentlich Augen, Ohren und Mund.

Gesundheit

Dem fehlenden Stammbaum verdankt die Hauskatze ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Erbkrankheiten, die eine Vielzahl von Rassekatzen betreffen. Infektionen und Viruserkrankungen können sich vor allem Katzen mit Ausgang jedoch schnell zuziehen, auch Katzenschnupfen oder Katzenstaupe sind keine Seltenheit. Sie lassen sich jedoch durch Impfungen verhindern. Daneben sind regelmäßige Wurmkuren erforderlich sowie eine professionelle Zahnsteinentfernung.

Züchter

Da es sich bei Hauskatzen um keine Rasse handelt, werden sie auch nicht gezüchtet. Allerdings ist der Begriff des Züchters nicht geschützt, sodass jeder Katzen ohne Stammbäume miteinander paaren und die neugeborenen Hauskatzen zum Kauf anbieten kann. 


Wissenswertes:

Als aktueller Trend gilt die Kreuzung aus Haus- und Wildkatze. Die Nachfrage nach individuellen, exotischen Tieren befördert die Experimentierfreudigkeit der Züchter. Bereits in den 1970erJahren wurden wilde Bengalkatzen mit Hauskatzen zusammengebracht – damals allerdings, um Resistenzen gegen Katzenleukämie zu untersuchen.


Kostenpunkt

Möchten Sie sich eine Hauskatze anschaffen, sollten Sie mit folgenden Kosten rechnen:

Die Anschaffung kann einige hundert Euro kosten und auch für die Erstausstattung (wie Näpfe, Transportbox, Katzentoilette, Spielzeug, Balkonnetz und mehr) sind einige hundert Euro notwendig. Monatliche Kosten entstehen ebenfalls sowie auch eventuelle Tierarztkosten, die sich nie pauschal berechnen lassen.

Diese Werte gelten allerdings als bloße Richtlinie, exakte Summen sind abhängig von individuellen Faktoren. 

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Obwohl als Einzelgänger bekannt, sollten Sie Ihre Hauskatze nicht lange allein lassen – vor allem ohne Auslauf in den Garten. Bedenken Sie mögliche Urlaubsplanungen und Allergien von Familienmitgliedern gegen Katzenhaare. Doch wenn Sie sich auf eine Hauskatze einlassen, so wird sie Ihnen Ihre Zuneigung mit zahlreichen Stunden voller Kuscheln und Spielen zurückzahlen!

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