Javanese Katze

Die Javanese wirkt edel, ist gesprächig und sehr verschmust. Damit eignet sie sich als perfekte Mitbewohnerin. Als vorteilhaft erweist sie sich auch für Allergiker, denn sie verliert nur sehr wenige Haare. Durch ihre Intelligenz stellt sie an ihren Besitzer jedoch hohe Ansprüche, was ihre Beschäftigung angeht.

Was Sie sonst noch über diese sehr pflegeleichte Katzenrasse wissen sollten und warum Sie dabei besonders auf das Gebiss der Samtpfoten achten müssen, erfahren Sie in unserer Vorstellung.

Steckbrief:

  • Rasse: Javanese Katze
  • Herkunft: Höchstwahrscheinlich USA
  • Gewicht: Katze 3-5 kg, Kater 4-6 kg
  • Größe: Mittelgroß, 30 cm Kopf-Rumpf-Länge Kater sowie Katze
  • Alter: 14-20 Jahre
  • Charakter: Verschmust, verspielt, gesellig, intelligent, kommunikativ, aktiv
  • Fell und Farbe: halblange bis lange seidige Haare in Schwarz, Weiß, Creme, Braun, Blaugrau, Zimtfarben. Muster als Tabby oder Schildplatt
  • Pflege: Fellpflege: einfach, Zuwendung: zeitintensiv
  • Besonderheiten: Für Allergiker geeignet. Keine Einzelhaltung

Inhaltsverzeichnis


Herkunft/Zucht

Fest steht, dass Sie sich mit der Javanese für eine sehr junge Katzenrasse entscheiden, die erst seit gut 40 Jahren von der US-amerikanischen Cat Fancier’s Association (CFA) als auch der internationalen Dachorganisation FIFé als eigenständige Katzenrasse anerkannt ist. Mit wissenschaftlichem Namen hören die Tiere auf Felis catus. Wundern Sie sich jedoch nicht, wenn Sie auch auf die Bezeichnungen OLH (Orientalisch Langhaar Katze / Oriental Longhair) oder Mandarin treffen.

Die zahlreichen Namensgebungen der Javanese sind so vielfältig wie ihre Fellzeichnungen und so verwirrend wie die Geschichte ihrer Herkunft.

Besonders weit in die Vergangenheit geht der Blick all derjenigen Experten, die die Abstammung der Halblanghaarkatzen auf die im 19. Jahrhundert in der Türkei beliebten Orientalisch-Langhaar-Katze zurückführen. Diese soll in den 1950er Jahren über Umwege ins Vereinigte Königreich gelangt und dort von Züchtern mit Abessinern und Siamkatzen gekreuzt worden sein.

Die daraus entstandenen Katzen mit kurzem Fell gelten bei Verfechtern dieser Abstammungstheorie seitdem als Oriental Shorthair und die Halblanghaarkatzen als Oriental Longhair, Mandarin oder eben Javanese. Wahrscheinlicher scheint die alternative Theorie, nach der Javanesen in den 1960er Jahren in den USA aus einer Kreuzung von Balinesen, Orientalisch Kurzhaar und Siamkatzen als unbeabsichtigte Rasse mit halblangen Haaren und teils vollfarbiger Fellzeichnung hervorgegangen sind.

Für diese Herkunftsgeschichte spricht der Name. Denn während er zur Türkei oder Großbritannien keinen Bezug aufweist, findet sich die Erklärung auf der Webseite der CFA der Züchter selbst:


Zwei Inseln, zwei Katzenrassen:

Für gut 15 Jahre galt sie als spezielle Art der Balinesen. Im Jahr 1979 sollte schließlich die offizielle Anerkennung einer eigenen Rasse erfolgen. Entsprechend startete die Suche nach einem geeigneten Namen – und endete mit der Entdeckung Balis und Javas in einem Reiseführer über Asien.

Weitere Details zeigten die Ähnlichkeit der Schwesterinseln im Indischen Ozean hinsichtlich Sprache, Kultur und Religion. Auf Java fand man allerdings eine größere Artenvielfalt und fruchtbarere Böden. Nun war der Name der Katzenrasse geboren: Aus den Balinesen wurden Javanesen.


Aussehen

Feingliedrig, doch muskulös: Der Rücken verläuft aufgrund der langen Hinterbeine zum Schwanz hin leicht ansteigend. Mit ein wenig Erfahrung erkennen Sie Javanesen auf Anhieb anhand Ihres Körperbaus.

Was Sie noch bei einem Blick auf die außergewöhnliche Katzenrasse erkennen:

  • Die Keilform des Kopfes beginnt an der geraden Nase und verläuft in Linien zu den ungewöhnlich weit auseinander sitzenden, überproportional großen, ebenfalls dreieckigen Ohrspitzen.
  • An den Schnurrhaarkissen findet sich keine Einbuchtung.
  • Javanesen haben eine Nasenform „ohne Stopp“ – in anderen Worten: keine Stupsnasen.
  • Das durchgehend mittellange, seidige Fell endet an der Schwanzspitze mit einem Büschel.

Bei den Farben des Fells stoßen Sie auf eine weitaus größere Varietät:

Vollpigmentiert, kann der Körper der Javanesen mit schwarzem, weißem, cremefarbenem, braunem, blaugrauem oder zimtfarbenem Fell bedeckt sein. Darüber hinaus glänzen einige Katzen mit einem Tabby Look: eine getigerte, gestromte oder getupfte Fellzeichnung mit einer Zeichengebung in Form des Buchstabens „M“ auf der Stirn.

Schauen Sie Ihrer Javanese in die mandelförmigen Augen, leuchten Ihnen im Normalfall grüne Augen entgegen. Ausschließlich bei weißen Javanesen, die nicht als Albinos gelten, ist die Iris blau. In Ausnahmefällen stoßen Sie auf sogenannte odd-eyed-Javanesen: Bei ihnen ist „seltsamerweise“ (odd) ein Auge grün und das andere blau.

Nach neun bis zwölf Monaten haben Javanesen ihre maximale Körperlänge von 30 Zentimetern erreicht. Einen Unterschied in der Größe erkennen Sie bei Katern und Katzen nicht.


Terminologie:

Hinsichtlich ihrer Felllänge werden Katzen generell in die Kategorien Kurzhaar, Langhaar und Halblanghaar eingeteilt. Javanesen zählen zum Mittelbereich: Mit eindeutig längerem Fell als Siamesen fehlt ihnen im Gegensatz zu Langhaarkatzen die Unterwolle.


Charakter

Sie haben gerne Ihre Ruhe? Mit einer Javanese wird das schwierig. Verlangt die aktive und intelligente Katze nicht gerade Ihre volle Aufmerksamkeit beim Spielen oder anschließenden Schmusen, wird sie Ihnen als treue Seele zum Großteil der Zeit wie ein Schatten folgen und Ihre Tätigkeiten aufmerksam beobachten.

Tauscht sie ihren Posten doch einmal gegen das Fensterbrett, werden Sie dennoch von ihr hören. Javanesen sind überdurchschnittlich mitteilungsbedürftig und werden Sie mit melodischen Miau-Tönen wissen lassen, was gerade ihr Interesse erweckt.

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Javanesen liegt mit zehn bis 14 Jahren unterhalb des möglichen Alters von bis zu 20 Jahren, die Hauskatzen bei guter Pflege erreichen können. Unter anderem liegt dies an zwei möglichen Erbkrankheiten, mit denen einige Tiere der Rasse zu kämpfen haben.

Bedenken Sie auch die Risiken, die Ihrer Javanese als Freigänger begegnen. Zwar wird sie Ihnen den Auslauf danken, doch außerhalb der Wohnung lauern mit Kraftfahrzeugen und möglichen Krankheitskeimen ständige Gefahren für die neugierigen Samtpfoten.


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Ernährung

Alle Katzenrassen sind Fleischesser – Javanesen lieben die Kost allerdings in besonderem Maße. Achten Sie bei jungen Katzen auf einen hohen Proteinanteil und allgemein auf eine hohe Qualität des Nass- und Trockenfutters mit ausreichend Vitaminen und Mineralien. Ihre Katze wird ihren Napf in jedem Fall leeren – gegenüber anderen Stubentigern sind Javanesen recht anspruchslos in Bezug auf ihre Nahrung.


Tipp:

Viele ältere Katzen kämpfen mit Zahnproblemen. Stellen Sie bei auffälligen Kauproblemen auf Dosenfutter mit weichem Fleisch und viel Gelee oder Soße um.


Haltung & Platzbedarf

Bei der Haltung von Javanesen stehen Sie zwischen zwei Stühlen: Die agile Rasse liebt es zu rennen, klettern und die Umgebung zu erkunden – zwängt sich bei ihren Touren allerdings auch durch kleinste Spalten und kann in unliebsame Situationen geraten. Perfekt erweist sich ein Haus mit Garten ohne Straßenzugang oder eine Wohnung mit Balkon und Katzennetz. Bieten Sie Wohnungskatzen zudem die Möglichkeit, an Kletterbäumen ihre Energie abzubauen.

Bedenken Sie auch die fehlende Unterwolle des seidigen Fells: Javanesen frieren schnell und benötigen unbedingt einen warmen Rückzugsort, der jederzeit zugänglich ist.

Harmonie

Es kündigt sich Nachwuchs an oder Ihre Eltern kommen auf längere Zeit zu Ihnen zu Besuch? Als Familienkatze freut sich Ihre Javanese ebenso über Kinder wie Erwachsene oder andere Tiere. Hauptsache, sie ist nicht allein. Denn kaum etwas schadet der Rassekatze mehr als Einsamkeit.

Sollten sie beruflich viel unterwegs sein, können Sie mit einem weiteren Haustier für Gesellschaft sorgen. Als ideal erweist sich eine zweite Javanese: Zwar kommen die Tiere auch gut mit anderen Katzen und sogar Hunden aus, doch nicht jede andere Rasse schätzt die körperliche Nähe, die die liebesbedürftigen Javanesen ununterbrochen suchen.

Zeitaufwand

Wenn Sie zu Hause sind, wünschen sich Javanesen Aufmerksamkeit von Ihnen. Diese Katzenrasse beschäftigt sich nicht größtenteils selbst. Sie möchte beschäftigt werden. Werden Sie der Bewegungsfreude L der Javaneser gerecht und nehmen sich Zeit für ausgiebige Aktivitäten.assen Sie sie Bälle fangen oder halten Sie sie mit anderen Laufspielen auf Trab. Sie können Ihrer Katze auch kleine Tricks beibringen. Javanesen gelten als aufnahmefähig und intelligent und haben Spaß am Einstudieren kleiner Kunststücke.

Selbstverständlich müssen Sie nicht stets dem Bewegungstrieb Ihrer Katze folgen. Und selbst Javanesen werden einmal müde. Doch dann heißt es: Kuscheln, bitte! Eine ausreichende Portion Streicheleinheiten sollte unfraglich ebenfalls auf Ihrem Katzen-Tagesprogramm stehen.

Erziehung

Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Lernfähigkeit können Sie Javanesen in jungem Alter relativ einfach erziehen. Vor allem sollten sie aus Sicherheitsgründen bestimmte Türen nicht öffnen und Räume nicht betreten dürfen. Denn vor den Mandarinen sind keine Schubladen oder Einkaufstaschen sicher.

Sobald sich Chancen ergeben, wird daher auch die besterzogene Katze versuchen, ihre Neugierde zu stillen. Verstauen Sie insofern stets sämtliche Gegenstände, von denen eine Gefahr für die Tiere ausgehen könnte.

Pflege

Verfilzungen wir bei Langhaarkatzen haben Sie aufgrund der fehlenden Unterwolle mit Ihrer Javanese nicht zu befürchten, Knötchen und verhakte Haarstrukturen sind so gut wie ausgeschlossen. Das mittellange, glatte Fell der Katzen benötigt nicht mehr als eine wöchentliche Pflege mit einem feinen Kamm.

Abgesehen von Phasen des Fellwechsels verlieren Javanesen auch kaum Haare. Sollten Sie Allergiker sein und dennoch eine Katze als Haustier wünschen, ist diese Katzenrasse wie geschaffen für Sie.

Gesundheit

Trotz ihrer vielen Energie strotzt leider nicht jede Javanese vor Gesundheit. Mit zwei seltenen, aber doch möglichen Erbkrankheiten müssen Sie bei den Tieren rechnen:

  • Progressive Retinaatrophie: Nach und nach beginnt Ihre Katze zu erblinden. Die Krankheit kann sowohl bereits in jungen Katzenjahren als auch noch relativ spät auftreten und individuell abhängig in schnellen oder langsamen Schüben verlaufen.

  • Nieren-Amyloidose: Die schlechte Nachricht: Hier fehlt es derzeit noch an aussagekräftigen Tests und vor allem Heilmitteln – die Erbkrankheit verläuft in der Regel schnell und tödlich. Die gute Nachricht: Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Javanese-Katzen wird von ihr befallen. In der Regel trifft es junge Tiere von bis zu fünf Jahren.

Darüber hinaus ist ihre Javanese wie alle anderen Hauskatzen auch anfällig für die bereits angesprochenen Zahnschmerzen, Augenentzündungen oder Krallenprobleme – all dies können Sie allerdings mit einer regelmäßigen Kontrolle umgehen.

Sind Sie selbst nicht sicher, ob Sie potenzielle Anzeichen von Erkrankungen erkennen, machen Sie sich auf den Weg zum Tierarzt. In diesem Zusammenhang können Sie Ihren Stubentiger gleich gegen Katzenschnupfen oder als Freigänger auch gegen Tollwut und Leukose impfen lassen.

Züchter

Sie finden in Deutschland eine Auswahl an Züchtern für Javanese-Katzen. Achten Sie in jedem Fall auf einen Stammbaum und eine Eintragungskarte, die jeweils verpflichtend vorgelegt werden müssen. Erlaubt sind Kreuzungen mit Siamkatzen, Balinesen und Orientalischen Kurzhaarkatzen. Die Palette der genehmigten Fellfarben umfasst zehn Farbtöne von Lavender bis Ebony, die Fellzeichnung neben Tabby auch Schildplatt.

Zudem gibt es Vorgaben zur Nase, die leicht nach außen gewölbt, allerdings nicht geknickt sein darf.

Kostenpunkt

Neben den einmaligen Anschaffungskosten von rund 1.000 Euro je nach Abstammung und individuellen Merkmalen gibt es die Javanese nicht umsonst.

Planen Sie pro Katze die folgenden Kosten ein:

Grundausstattung / Stückpreise (ca. 300 Euro aufwärts)

  • Futter- und Trinknäpfe
  • Transportbox
  • Kratzbaum
  • Katzentoilette
  • Balkonnetz
  • Katzenklappe
  • Kastration/Sterilisation
  • Mikrochip

Monatliche Festkosten (ca. 150 Euro, je nach Situation variierend)

  • Futter
  • Streu
  • Wurmkuren
  • Tierarztbesuche für Check-ups

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn Sie sich diese Rasse zulegen?

Sie können Allergiker sein, eine große Familie haben oder allein leben, eine Wohnung oder ein Haus bewohnen, eine helle Fellzeichnung oder dunkelhaarige Katzen bevorzugen – eines jedoch dürfen Sie nicht: keine Zeit für Ihre Javanese haben.

Können und möchten Sie diese allerdings erübrigen, sollten Sie die wunderschönen orientalischen Halblanghaarkatzen unbedingt in die engere Auswahl aufnehmen!

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