Deutsche Dogge

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Zwar weist der Name „Deutsche Dogge“ auf Deutschland als Herkunftsland hin, allerdings begann die Züchtung hierzulande erst Anfang des 17. Jahrhunderts. Ob sich die Ahnenreihe allerdings bis zu den großen, stämmigen Kampfhunden der Assyrer von vor 4000 Jahren zurückverfolgen lässt, ist unter Experten umstritten.

Fest steht, dass „Dogge“ vom englischen Begriff „dog“ für „Hund“ abstammt und die Tiere im 16. Jahrhundert ursprünglich aus Kreuzungen der Rassen Mastiff und den irischen Windhunden in Großbritannien hervorgegangen sind. In Deutschland wurde bei der Zucht der riesigen und dennoch eleganten Hunde der Fokus im Laufe der Zeit vermehrt auf Gehorsam, Fügsamkeit und Schönheit gelegt.

Denn nur die weniger prachtvollen Exemplare wurden als sogenannte Bärenbeißer oder Hatzrüden bei der Jagd auf Säue oder Wildschweine vorausgeschickt – nach und nach verlagerte sich der Schwerpunkt, und die anmutigen Tiere durften als Leibhunde sogar mit ins Schlafgemach der Fürsten. So wurde aus einem ehemaligen Wachhund ein Luxushund und Statusobjekt.

Gelistet ist die Deutsche Dogge aktuell in Gruppe 2 der FCI, dem international größten kynologischen Dachverband. Sie zählt als Molosser zu den doggenartigen Hunden und genießt im US-Bundesstaat Pennsylvania den besonderen Ruhm, aufgrund ihres dortigen Verdienstes als Jagd- und Arbeitshund zum offiziellen State Dog ernannt worden zu sein.

„Gut zu wissen“: Wer sich heute eine Dänische Dogge zulegen möchte, muss die Grenze überqueren – die ehemals eigenständige Rasse ist innerhalb der letzten Jahrzehnte in den Zuchtlinien der Deutschen Dogge aufgegangen. Skandinavien, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika allerdings sehen den „Great Dane“ noch immer als eigenständige Doggenart an.

Aussehen

Trotz der mächtigen und muskulösen Statur der Deutschen Dogge mit einer Widerristhöhe von mindestens 72cm bei Hündinnen und über 80cm bei Rüden, wirkt die Rasse durch ihren ausgeprägten Brustkorb, dem verhältnismäßig breitem Kopf und den seidigen Schlappohren, sehr erhaben.

Sogar mit dem griechischen Gott der Künste und des Lichts Apoll wird die Rasse gerne verglichen. Das glänzende kurzes Fell weist allerdings durch die intensiven Zuchtbemühungen eine Genmutation bei der Fellfarbe auf: Als Pigmentstörung führt der sogenannte Merlefaktor zu einem gescheckten, unregelmäßig gefärbten Haarkleid.

So ist für Tigerdoggen eine schwarz-weiße oder schwarz-graue Fellzeichnung charakteristisch, bei den Plattenhunden finden sich schwarze Flächen auf dem sonst weißen Körper. Offiziell wird die Deutsche Dogge in die Farben Gelb, Blau und Schwarz sowie gelb-gestromt, weiß-schwarz-gefleckt und grau-schwarz gefleckt eingeteilt.

Charakter

Riesige Wachhunde mit einem weichen, sensiblen Kern: Diese auf den ersten Blick gegensätzlichen Eigenschaften bringen den Charakter der liebenswerten Hunderasse dennoch auf den Punkt. Denn das einzig möglicherweise Fruchteinflößende ist die Größe der Tiere, die nur in seltensten Fällen und ausschließlich bei schlechter Erziehung Zeichen von Aggressionen zeigen.
Nicht einmal bellen ist dem ursprünglichen Wachhund eigen. Über einen tiefen, eher grummelnden Basston geht die Lautstärke einer Deutschen Dogge selten hinaus.

Umso anhänglicher und treuer ist die freundliche Hunderasse, die eine enge Bindung zu ihren Besitzern aufbaut und schon nach kürzester Zeit deren Körpersprache ausgezeichnet zu interpretieren weiß. Dennoch können die erhabenen Tiere auch Temperament zeigen, sobald sie sich bei langen Spaziergängen so richtig austoben können. Allerdings handelt es sich bei der Deutschen Dogge grundsätzlich um einen einfühlsamen Begleiter für alle Lebenslagen.

Lebenserwartung

Nur rund drei Viertel aller Deutschen Doggen erleben ihr fünftes Lebensjahr. Mit einem Durchschnittsalter von knapp sieben Jahren zählt die Hunderasse weltweit zu denen mit der geringsten Lebenserwartung. Zwar können Tiere aus exzellenter Zucht und bei guter Pflege auch ein zweistelliges Alter erreichen, diese Ausnahmen sind jedoch selten.

Neben dem schweren Körperbau gilt als Hauptursache des allgemein frühen Todeszeitpunktes die durch die genetische Variationsarmut hervorgerufene hohe Anfälligkeit für Erbkrankheiten. Doch auch die Übertypisierung mit der Hoffnung selektierte Merkmale anzuzüchten, fordert ihren Tribut. Grundsätzlich sinkt die Lebenserwartung mit der Größe der Tiere und der Ausprägung der Fellfarbe. Abhängig von Geschlecht und Zuchtlinie gelten Welpen nach 15 bis 18 Monaten als ausgewachsen.

Ernährung

Eine Fütterung mit ausreichend und ausschließlich hochwertigstem Nass- und Trockenfutter sowie ständig verfügbarem Frischwasser ist bei Deutschen Doggen jederzeit unerlässlich. Höchste Bedeutung kommt allerdings der optimalen Futterzusammensetzung von Doggenwelpen in der Wachstumsphase zu.

Weil die später so schweren Tiere mit einem Körpergewicht von zwischen 50 und 90 Kilogramm zu einem verlangsamten Stoffwechsel und damit zu Übergewicht neigen, sollte das Fressen nicht energiereich sein, gezielt zusammengesetzt und leicht restriktiv verabreicht werden. Gesundheitszustand wie auch Aktivitätslevel sollten in die individuelle Dosierung der Futtermenge einbezogen werden.

Zur Orientierung lassen sich offizielle Tabellen mit ungefähren Mengenangaben im Internet oder bei Zuchtvereinen einsehen.

Hinweis: Sobald die Rippen der Dogge nicht mehr durch das Fell zu fühlen sind, besteht Verdacht auf Übergewicht und damit Gefahr einer langfristig schmerzhaften Skelettverformung.

Wie alle großen Hunderassen ist auch die Deutsche Dogge anfällig für eine Magendrehung. Mehrere über den Tag verteilte, dafür kleine Portionen vermindern das Risiko dieser typischen Erkrankung.

Optimal ist auch ein an die Kopfhöhe des Tieres anpassbarer Ständer für Futter- und Wassernapf. Selbst dann und mit wenig Inhalt geht es allerdings beim Fressen und Trinken rasant und rustikal zu: Die Tiere verschlingen ihre Nahrung regelrecht, und nur in den wenigsten Fällen muss der Futterplatz nach dem Mahl nicht gesäubert werden.

Haltung & Platzbedarf

Zur artgerechten Haltung einer Deutschen Dogge sind zwei Grundfaktoren Voraussetzung: Zeit und Platz. Eine kleine Etagenwohnung in der Stadt ist kaum das richtige Umfeld für so große Hunde, die sich sogar auf dem Teppich unter dem Esstisch beengt fühlen.

Als ideal erweisen sich ebenerdige Häuser mit Gartengrundstück in einer ländlichen Gegend. Während die Tiere möglichst wenig Treppen steigen sollten, gehören allein aufgrund ihrer Körpergröße ausgedehnte Spaziergänge zum unbedingten Tagesprogramm.

Beim Austoben ohne Leine werden die Sehnen und Muskeln gestärkt, beim anschließenden Ausruhen dient eine möglichst große und weich gepolsterte Liegefläche der Entlastung der Knochen. Im Interesse des Besitzers sollte sie abwaschbar sein: Die großen Vierbeiner neigen durch die starke Ausbildung ihrer Lefzen zu erhöhtem Speichelfluss.

In bestimmten Berufsbranchen werden Deutsche Doggen auch als Wach- und Schutzhunde eingesetzt, sie sollten jedoch unter keinen Umständen in einem Zwinger gehalten werden.

Harmonie

Deutsche Doggen sind Familienhunde, äußerst treue Begleiter und sehr sanft. Dennoch sollten das Gewicht und die Körpergröße nie unterschätzt werden: Trotz seines freundlichen Wesens kann das anhängliche Tier Kleinkinder beim Spielen im wahrsten Sinne des Wortes einmal „umhauen“ – Doggen selbst sind sich ihrer Stärke nicht immer bewusst. Das gilt auch für Spaziergänge: Selbst kräftigste Männer werden die Leine nicht halten können, so bald der 90 Kilogramm-Rüde eine Witterung aufnimmt.

Auch anderen Hunden und Haustieren stehen Doggen in der Regel aufgeschlossen oder mit Gleichgültigkeit gegenüber, die Reizschwelle für Aggression liegt hoch, und über ein gelegentliches Knurren geht das tierische Temperament selten hinaus. Einzig fremden Menschen begegnet die Rasse anfangs oft skeptisch.

Diese Skepsis allerdings beruht häufig auf Gegenseitigkeit: Außenstehende haben allein aufgrund der Statur von Deutschen Doggen häufig Angst vor den Tieren. Wer mit seiner Dogge verreisen möchte, sollte daher Menschenmengen vermeiden und sich bei geplanten Zugfahrten, Flügen oder Hotelaufenthalten vorab ganz genau nach möglichen Bedingungen erkundigen.

Wussten Sie schon, dass der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck ein wahrer Doggenfreund war? Einmal soll er seinen treuen Vierbeiner sogar mit in die Göttinger Universität genommen und den Rektor damit so verschreckt haben, dass dieser Zuflucht hinter seinem Bürostuhl suchte und den jungen Studenten mit einer Strafzahlung belegte.

Zeitaufwand

Der Spürhund ist bei der Deutschen Dogge noch immer zu spüren: Die Tiere lieben Spielzeug jeder Art, das ihre Intelligenz herausfordert. Auch mit konzentrierter Fährtenarbeit sammeln Besitzer Pluspunkte bei ihren Vierbeinern – allerdings sollten sie immer mit dabei sein.

Die Rudeltiere mit der starken Bindung an ihre Besitzer verstehen nicht, weshalb sie zurückgelassen werden, und sollten maximal vier Stunden am Stück allein bleiben, idealerweise mit freiem Zugang in den Garten. Ausgiebige Spaziergänge von mindestens eineinhalb Stunden am Tag zählen zum Pflichtprogramm jedes Doggenhalters.

Erziehung

Trotz ihres friedliebenden Charakters hängt die Entwicklung einer Dogge maßgeblich von der Erziehung ab, die ihr als Welpe zuteilwurde. Von Beginn an sollten dem Hund konsequente Grenzen gesteckt werden, die sich am besten durch ein anfängliches Training in der Hundeschule erreichen lassen. Hier lernt der Vierbeiner auch andere Hunde kennen, was sich positiv auf sein späteres Sozialverhalten auswirkt.

Doggenwelpen sollten erste Spaziergänge mit einer vor den Schultern des Tieres geführten Leine absolvieren. Auch später erweisen sich aufgrund der körperlichen Überlegenheit Anti-Zieh-Geschirre als hilfreich für den Hundehalter, sofern die Leinenführigkeit nicht perfekt trainiert wurde.

Bei all dem sollte jedoch stets der empfindliche Charakter des Tieres im Fokus stehen: Deutsche Doggen sind feinfühlig und lassen sich mit Geduld, Zustimmung und Lob in die richtige Richtung weisen. Auf laute Worte und übermäßige Strenge hingegen reagieren sie mit Unverständnis.

Pflege

Die kurzen, glatten und dicht am Körper anliegenden Haare einer Dogge können nicht verfilzen und bedürfen daher keiner besonderen Aufmerksamkeit. Die Fellpflege kann auf ein wöchentliches Striegeln mit einem Pflegehandschuh begrenzt werden. Ein Scheren der Tiere ist zu keinem Zeitpunkt vonnöten.

Sobald das Tier beim Spaziergang auf der Straße bei jedem Schritt Klickgeräusche hinterlässt, sind die Krallen zu lang und müssen gekürzt werden. Sie sollten nicht länger als der Zehenballen sein und idealerweise rund zwei Millimeter vor dem Boden enden, sobald das Tier steht.

Schließlich lohnt ein regelmäßiger Blick in das Maul des Tieres. Zur Reinigung der Zähne und Vorbeugung von Zahnstein eignen sich unter anderem harte Hundekuchen.

Die folgende Pflege-Ausstattung sollte jeder Doggen-Besitzer stets griffbereit haben:

Fellpflege

  • Gummibürste, Striegel, Handschuh mit Noppen
  • Zeckenzange

Krallenpflege

  • Krallenzange
  • Creme für die Ballen

Zahnpflege

  • Hundezahnpasta und -bürste
  • Zahnpflegespielzeug
  • Waschlappen nach dem Fressen oder Sabbern

Gesundheit

Aufgrund der extensiven Züchtungen und Züchtungsfehlern sind Deutsche Doggen anfällig für eine Vielzahl von Krankheiten. Deutsche Doggen können z.B. leiden unter

  • Magenverdrehungen, bei denen sich der Magen um seine Längsachse dreht und damit den Magenein- und -ausgang sowie umliegende Blutgefäße abschnürt. Ohne Behandlung führt dieses Leiden zum Tod des Hundes. Ernstzunehmende Symptome sind eine plötzliche Zunahme des Bauchumfangs, übermäßiges Hecheln und eine ungewöhnliche Unruhe des Tieres.

  • dem Wobbler-Syndrom, einer Nervenschädigung des Rückenmarks oder nahe der Halswirbelsäule. Beginnt die Dogge auf ihren Spaziergängen zu wanken oder lässt sie permanent den Kopf hängen, sind dies erste Anzeichen für die schmerzhafte Krankheit, die sich oft nur durch eine Operation wieder heilen lässt.

  • einem sogenannten Faltendoggen Syndrom. Diese Genmutation ist ausschließlich bei Doggen bekannt. Betroffene Hunde bilden im Bereich der Augen und Nase eine faltige, schuppige und verdickte Haut. Die Haut wird dadurch besonders anfällig für bakterielle Infektionen, was zu unangenehmen Beschwerden führt.

Weitere (mögliche) Krankheitsbilder:

  • Gelenk- und Muskelprobleme 
  • Bindehautentzündung
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Hüftgelenkdysplasie
  • Knochenkrebs
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Allergien

Kostenpunkt

Der Unterhalt für eine Deutsche Dogge kann sich zu einem stolzen Betrag summieren. Die Futtermenge übersteigt aufgrund ihrer Körpergröße die von anderen Hunderassen um ein Vielfaches, Tierarztkosten können ebenso in die Höhe schnellen.

Nach Anschaffungskosten für eine Erstausstattung und ein professionelles Hundetraining sollte mit grob 250 Euro pro Monat an laufenden Kosten gerechnet werden. Alle Preisangaben verstehen sich als ungefähre Richtwerte:

  • Hundeschule: ca.15 Euro pro Stunde
  • Zwei Leinen: ca. 100 Euro
  • Ein Halsband: ca. 30 Euro
  • Liegeplatz inklusive Decke: ca.  100 Euro
  • Futterständer und Näpfe: ca. 75 Euro
  • Spielzeug: ca. 55 Euro
  • Jährliche Hundesteuer: ca.wohnortabhängig zwischen fünf und 185 Euro
  • Jährliche Hundehaftpflichtversicherung: ca. bundeslandabhängig zwischen 60 und 150 Euro
  • Jährliche Komplettimpfung inklusive Wurmkur ca. 35 Euro
  • Futterkosten inklusive Leckerlis ca. 120 Euro
  • Reisekosten Flug oder Bahn: ab 50 Euro

Wer mit Auto und Dogge unterwegs ist, sollte als weiteren Kostenpunkt nicht nur eine Rampe zum knochenfreundlichen Einstieg in den Wagen kalkulieren, die mit rund 90 Euro zu Buche schlägt. Auch das Fahrzeug selbst muss über ein geräumiges Kofferraumheck verfügen, in einem Kleinwagen lassen sich die Tiere nicht transportieren.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn man sich diese Rasse zulegen möchte?

Mit ihrer Erhabenheit und Gelassenheit übt die Deutsche Dogge auf zahlreiche Hundefreunde eine besonders große Anziehungskraft aus. Doch ebenso groß ist das ausgewachsene Tier – ein Umstand, aufgrund dessen eine Anschaffung gut überlegt sein sollte. Der vierbeinige Freund erwartet fast uneingeschränkte Aufmerksamkeit, benötigt viel Platz, muss im Krankheitsfall getragen werden können und bedeutet einen hohen finanziellen Aufwand.

Wer allerdings all dies leisten kann und möchte, erhält ein überaus loyales, ausgeglichenes, gutmütiges Familienmitglied, das Kindern wie Erwachsenen jeden Tag erneut unvergessliche gemeinsame Stunden bescheren wird.

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