Rauhaardackel

Bekannt als flinker und entschlossener Jäger bringt ein Rauhaardackel viel Action in Ihr Leben. Die Rolle als Schoßhund möchte er eher weniger einnehmen. Über was er sich freut, sind Belohnungen in Form von Snacks bei der Erziehung und dem Hundetraining. Auf welche Faktoren bei der Ernährung zu achten sind und welche Nahrungsmittel für den Rauhaardackel sogar gefährlich sind, lesen Sie in unserer Hunderassen Vorstellung.

Steckbrief Rauhaardackel

  • Rasse: Rauhaardackel
  • Herkunft: Deutschland
  • Gewicht: 4 bis 9 kg
  • Größe: klein, Widerristhöhe 20 bis 27 cm
  • Alter: 14 bis 17 Jahre
  • Charakter: intelligent, aufmerksam, mutig, selbstbewusst, eigenständig
  • Fell und Farbe: hartes, festes und drahtiges Fell, dichte Unterwolle, saufarben, dürrlaubfarben, schwarz-rot
  • Pflege: mittlerer Pflegeaufwand
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Besonderheiten: alte Rasse, Jagdhund, Begleithund

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Der Rauhaardackel wurde, zusammen mit zwei weiteren Varianten, aus dem Dachshund herausgezüchtet. Der Dachshund oder Teckel ist ein alter deutscher Jagdhund, dessen Geschichte bis in das Mittelalter zurückreicht.

Als Urform aller Dackelrassen wird die niederläufige Bracke angesehen. Diese Hunde wurden bereits von den Kelten für die Jagd eingesetzt. Die auffällige Körperform ermöglichte die Jagd auf Dachs und Fuchs, da es den kurzbeinigen Hunden nicht schwerfiel, in den unterirdischen Bau einzudringen und das Wild herauszutreiben.

Um 1800 wurden bereits verschiedene Dackel gezüchtet. Der Zoologe und Hundenarr Leopold Fitzinger beschrieb den Rauhaardackel im Jahre 1867 erstmals ausführlich in der Abhandlung „Die Rassen des zahmen Hundes“. Dort fand der Dackel allerdings als „Canis vertagus hirsutus“, zu Deutsch „zotteliger Windhund“ Erwähnung.

Diese Assoziation mag verwundern. Doch Windhunde sind schnell und können sich mit ihren kurzen Läufen im Unterholz bewähren und es sogar mit einem Wildschwein aufnehmen. Viele Jäger sehen daher im Windhund einen optimalen Jagd- und Gebrauchshund.


Wissenswert:

„Durch die Einkreuzung von Terrier und Schnauzer entstand das für den Dackel typische Rauhaar.“

Der Rassestandard wurde bereits 1888 festgelegt. In der FCI wird der Rauhaardackel als „Dachshund“ mit Nummer 148 in Gruppe 4: Dachshund mit Arbeitsprüfung, geführt. Zeitgleich mit der Anerkennung der Rasse wurde der Deutsche Teckelclub als einer der ältesten deutschen Hundezuchtverbände und der älteste Teckel-Zuchtverein der Welt gegründet.

Der Rauhaardackel erfreut sich zusammen mit dem Kurzhaardackel und dem Langhaardackel großer Beliebtheit. Spätestens als im Rahmen der Olympischen Spiele 1972 Dackel „Waldi“ als Maskottchen in Erscheinung trat, wuchs das internationale Ansehen der Rasse.

Aussehen

Eines der wichtigsten äußeren Merkmale trägt der Hund bereits in seinem Namen. Sein raues Fell umgibt den Kleinhund wie ein dichter und drahtiger Umhang. Das Rauhaar ist vollständig von Unterwolle durchsetzt, ausgenommen Augenbrauen, Fang und Behang. Als Farben sind ein helles bis dunkles Saufarben und Dürrlaubfarben bevorzugt.

Die Zucht erfolgt in zwei Linien:

  • Rauhaardackel als Jagdhund
  • Rauhaardackel als Begleithund

Die Zucht als Begleithund ist häufig fragwürdig und geht nicht selten zulasten der Gesundheit der Tiere. So erscheinen die Hunde oft zu lang oder zu klein.

Der Rauhaardackel ist durch seine Niederläufigkeit gekennzeichnet. In der Fachsprache verwendet man dafür den Begriff Chondrodystrophie. Dabei handelt es sich um eine Knorpel-Mutation, die bei Röhrenknochen den Zwergwuchs fördert. Der auffälligen Niederläufigkeit steht ein schlanker, langgestreckter Körper entgegen. In den USA wird der Rauhaardackel daher im Volksmund als „Sausage-Dog“ bezeichnet.

Weiches Fell ist laut Rassestandard an Körper und Kopf nicht erwünscht. An Rute und Ohren ist das Fell vergleichsweise kurz. Dagegen erscheint an Fang und Augenbrauen die Behaarung auffallend buschig.

Unterschieden werden diverse Farben und Farbmuster:

  • Mehrfarbig saufarben: Braun, Braun-Saufarben, Schwarz-Rot, deutlicher Brand am Fang, über den Augen, an den Beinen und an der Brust
  • Rot: schwarze Stichelung und Weißscheckung an der Brust erlaubt
  • Merle: gefleckt mit beigen oder grauen Flecken, Fell saufarben, braun oder schwarz
  • Gestromt: rotes Fell mit dunkler Stromung

Der Rauhaardackel kommt in drei Größen vor. Hier wird nicht wie weithin gebräuchlich die Schulterhöhe, sondern der Brustumfang zum Maßstab genommen.

Teckel:

  • Rüde: Brustumfang 37 bis 47 cm
  • Hündin: 35 bis 45 cm
  • Gewicht: bis 9 kg

Zwergteckel:

  • Rüde: 32 bis 37 cm
  • Hündin: 30 bis 35 cm
  • Gewicht: 4 bis 5 kg

Kaninchenteckel:

  • Rüde: 27 bis 32 cm
  • Hündin: 25 bis 30 cm
  • Gewicht: 3,5 kg


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Charakter

Ganz gleich, von welcher Linie wir ausgehen – ein Rauhaardackel ist und bleibt ein Jagdhund. Wer sich einen Schoßhund wünscht, sollte sich für eine andere Rasse entscheiden.

Wie alle Dackel ist der Rauhaardackel ein vielseitiger Jagdgebrauchshund sowie ein zuverlässiger Begleithund. Es gibt wohl keinen zweiten Kleinhund, der regelmäßig als Jagdersatz und zu Arbeitseinsätzen herangezogen wird.

Der Kleinhund spielt seine Stärken als mutiger und unerschrockener Alleinjäger im Fuchs- oder Dachsbau aus. Während eines Jagdeinsatzes beweisen die Tiere ihre Selbstständigkeit, Entschlossenheit und ihre Willenskraft. Diese Eigenschaften prägen den Charakter des Rauhaardackels nachhaltig.

Gemeinhin ist der Rauhaardackel als Charakterkopf bekannt. Sturheit und Eigensinn werden auch von den eingekreuzten Terriern befeuert. Der kleine Jagdhund ist mit einem starken Selbstbewusstsein ausgerüstet. Wenn Sie die Eigenwilligkeit der Rasse akzeptieren und respektieren, wird sich der Rauhaardackel bereitwillig erziehen und führen lassen.   

Die Hunde besitzen einen freundlichen Charakter, zeigen sich dabei aber keinesfalls unterwürfig. Der Dackel wird seine Meinung vertreten, ohne dabei aggressiv zu werden. Davon hält ihn sein ausgeglichenes Teckel-Temperament ab.

Auch in der Zuchtlinie als Begleithund bleiben die Dackel ausdauernde und flinke Jäger. Rauhaardackel können eine enge Bindung zu ihren Haltern aufbauen. Wer den speziellen Charakter des Kleinhundes respektiert und Geduld, Durchsetzungsvermögen und Hundeverstand mitbringt, wird mit dem Rauhaardackel einen treuen Begleiter finden.

Lebenserwartung

Wird der Rauhaardackel gesund und artgerecht ernährt und hinreichend beschäftigt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 14 Jahren. Es wird aber auch von Dackeln berichtet, die deutlich älter geworden sind.

Ernährung

Rauhaardackel stellen an ihre Ernährung keine besonderen Ansprüche. Der Hundehalter sollte jedoch auf das Gewicht der Tiere achtgeben. Dies ist mit Hinblick auf die Dackellähme notwendig, denn der spezifische Körperbau lässt eine Gewichtszunahme schnell zu einem Gesundheitsrisiko werden. 

Der Futterbedarf sollte in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen und konsequent eingehalten werden, damit Übergewicht vermieden wird. Hochwertiges und ausgewogenes Hundefutter besteht zum Großteil aus Fleisch. Achten Sie auf einen entsprechend hohen Anteil an Muskelfleisch und weitere Bestandteile wie Gemüse, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Die Frage nach der Futtermenge kann nicht pauschal beantwortet werden. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Alter des Tieres
  • kastriert oder unkastriert
  • allgemeiner Gesundheitszustand (chronische Krankheiten, trächtig, übergewichtig)
  • Fütterungsart (Nassfutter, Trockenfutter, BARF)
  • Futtermarke (Unterschiede in Qualität, auf Fütterungsempfehlungen achten)
  • Auslastung des Tieres (Spaziergänge, Jagdhund, Hundesport)   

Wenn Sie Ihren Hund nach der BARF-Methode ernähren möchten, sollten ausreichende Kenntnisse über die biologisch artgerechte Rohfütterung vorhanden sein. Um eine Magenüberladung zu vermeiden, ist die Fütterung von zwei Portionen, morgens und abends ratsam. Zudem sollte dem Rauhaardackel immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.

Welpen sollten häufiger gefüttert werden. Ihre Mägen können nur kleine Mengen Nahrung aufnehmen. Bis zu einem halben Jahr sollten Rauhaardackel drei bis viermal täglich Futter bekommen.  

Bei einigen Nahrungsmitteln ist Vorsicht geboten, denn sie können dem Rauhaardackel schaden:

  • Knoblauch (führt zu Blutarmut)
  • Tomaten (unreife Tomaten enthalten den Giftstoff Solanin)
  • Zwiebel (größere Mengen können die roten Blutkörperchen zerstören)
  • Zucker (Diabetesrisiko, Übergewicht)
  • Avocado (Husten, Atemnot, Herzschäden)
  • Trauben (Durchfall, Erbrechen, Kalziumüberschuss, Nierenschäden)

Achtung!

Schokolade ist Gift für den Rauhaardackel. Grund hierfür ist das enthaltene Theobromin. Umso höher der Kakao-Anteil, umso giftiger ist die Nascherei.

Haltung & Platzbedarf

Der Rauhaardackel ist seit jeher ein Jagdhund. Eine Haltung als Schoßhund wird nicht funktionieren. Die Tiere brauchen viel Bewegung und Beschäftigung. Ein Haus mit Garten käme dem agilen Vierbeiner entgegen. Wenn Sie täglich mehrmals mit Ihrem Vierbeiner spazieren gehen, ist auch die Haltung in einer Wohnung möglich.

Besonders wohl fühlt sich der Kleinhund im Wald, wo er seinem natürlichen Jagdtrieb nachgehen kann. Leben Sie in der Stadt, sollten Sie den Bewegungsdrang des Tieres mit Versteck- und Suchspielen kompensieren und dafür sorgen, dass sich der Dackel beim Hundesport auspowern kann.

Harmonie

Der Rauhaardackel stellt an seine Haltung keine besonderen Ansprüche. Ein Haus mit großem Garten kommt seinem Bewegungsdrang entgehen. Aber auch in einer kleineren Wohnung fühlen sich die Tiere wohl. Die robusten Hunde sind wahre Naturburschen und gern unterwegs. In Ferienunterkünften oder Gaststätten wissen Dackel, ganz gleich ob Kurz- oder Langhaar, sich zu benehmen.

Der Rauhaardackel ist ein beliebter Familienhund und kommt gut mit Kindern zurecht. Nur bei anderen Haustieren könnte sein angeborener Jagdinstinkt zu Problemen führen. Doch solange bereits im Welpenalter eine entsprechende Sozialisierung stattgefunden hat, wird er sich schnell einleben und gut integrieren können.

Zeitaufwand

Um den Bewegungsdrang des Jagdhundes zu stillen, werden Sie einiges an Zeit investieren müssen. Damit ein Rauhaardackel ausgelastet ist, muss er sich täglich bewegen. Dabei ist weniger der gemächliche Spaziergang um den Block gemeint, sondern das Auspowern in der Natur.

Rauhaardackel legen eine erstaunliche Ausdauer an den Tag und werden nicht müde, durch die Natur zu sprinten. Auf Wanderungen oder zum Joggen wird Sie der Rauhaardackel gerne begleiten. Selbst Ausritte mit dem Pferd scheinen an der Seite der agilen und ausdauernden Vierbeiner nicht unmöglich.

Erziehung

Der Rauhaardackel ist ein Charakterkopf. Dennoch lassen sich die Tiere sehr gut erziehen. Dabei sind allerdings Geduld und Überzeugungsarbeit gefragt. Die Hunde werden ihren eigenen Willen behalten und auch versuchen diesen hin und wieder durchzusetzen. Daher ist eine konsequente Erziehungsarbeit ohne Bestrafung besonders wichtig. Belohnt wird dies mit einem treuen „Dackelblick“.

Dabei sollten sich Frauchen und Herrchen immer bewusst machen, dass sie es nicht mit einem treu ergebenen Schoßhund zu tun haben. Die Treue und Hingabe des Hundes muss erst verdient werden.

Wer es versteht, sanft und dennoch konsequent durchzugreifen, wird es mit einem fügsamen und ausgeglichenen Tier zu tun bekommen. Dabei müssen Sie kein Jäger sein. Auch weniger hundeerfahrene Tierfreunde können sich auf das Abenteuer Rauhaardackel einlassen.

Pflege

Die Pflege der Tiere gestaltet sich problemlos. Das Fell sollten Sie ab und an gut durchbürsten. Ein bis zweimal pro Jahr sollte zudem das Haarkleid getrimmt werden. Kontrollieren Sie regelmäßig die äußeren Gehörgänge auf Schmutzablagerungen oder Rötungen. Wie alle schlappohrigen Rassen neigt der Rauhaardackel zu Ohrenentzündungen.

Ebenso ist eine regelmäßige Gebisskontrolle nötig. Besonders ältere Dackel neigen zu Zahnstein. Bleibt dies unbehandelt, können Zahnfleischentzündungen auftreten. Der Rauhaardackel sollte jährlich einem Tierarzt vorgestellt werden. Dieser wird den Gesundheitszustand wie den Impfstatus überprüfen und Sie bei Ernährungsfragen oder der Parasitenprophylaxe unterstützen.

Gesundheit

Der Rauhaardackel kann als robuste Hunderasse angesehen werden. Primär ist in Bezug auf die Gesundheit der Tiere darauf zu achten, dass die Hunde den Standards in Größe, Länge und Gewicht entsprechen. Die Beine sollten nicht zu kurz sein. Zuchten, die den Fokus primär auf Äußerlichkeiten legen, sollten mit Vorsicht betrachtet werden.

Die spezielle Körperform der Tiere (ein langer Rücken gepaart mit auffallend kurzen Beinen) macht die Rasse anfällig für die nach den Hunden benannte Dackellähme. Der Bandscheibenvorfall kann bereits bei geringerer Belastung auftreten.

Die Kurzbeinigkeit bei Dackel oder Pekinesen ist auf eine genetische Veränderung zurückzuführen. Obwohl die Wachstumsstörung primär das Knorpelwachstum der Gliedmaßen betrifft, sind auch die Bandscheiben betroffen. Zu hohes Körpergewicht kann zudem einen Bandscheibenvorfall auslösen.

Fallen Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal vor, kommt es zu Schädigungen des Nervengewebes. Abhängig von der Schwere der Erkrankung leiden die Hunde unter Bewegungsstörungen unterschiedlichen Ausmaßes.

Die Dackellähme kann starke Schmerzen hervorrufen und bis zu einer Lähmung der Hinterbeine führen. Meist sind die Brust- und Lendenwirbelsäule betroffen. Seltener wird die Halswirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen. Dies hätte jedoch Auswirkungen auf die Vorderbeine. In schweren Fällen muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden, um das Rückenmark zu entlasten.


Wichtig!

Ersparen Sie einem Rauhaardackel regelmäßiges Treppensteigen.

Kostenpunkt

Die Preise für Rauhaardackel schwanken. In erster Linie sollte bei der Anschaffung eines Hundes Geld keine Rolle spielen. Dennoch sollten Sie darauf achten, einen gesunden Vierbeiner zu kaufen. Rauhaardackel von einer professionellen Zuchtstätte wie Wutzelgrube FCI kosten zwischen 800 und 1.500 Euro.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Bei der Anschaffung eines Welpen ist zunächst die Zuchtlinie maßgeblich. Sie sollten wissen, ob Sie sich einen agilen Jäger oder einen treuen Begleiter für sich und Ihre Familie wünschen. Die Dackellähme ist als gesundheitliches Problem ebenfalls eine Überlegung wert. Besonders, wenn Sie in der fünften Etage ohne Fahrstuhl wohnen und den Hund mehrmals täglich ausführen.

Sie werden Zeit brauchen, um den kleinen Jäger artgerecht zu beschäftigen. Wird es dem Rauhaardackel langweilig, tut er dies durch lautes Kläffen kund und kann allerlei Unfug anstellen. Der Rauhaardackel ist gern unterwegs. Sind auch Sie ein Naturmensch und brechen gern zu langen Spaziergängen und Wanderungen auf, haben Sie den idealen Vierbeiner an Ihrer Seite gefunden.

 

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