Beagle

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Auf welchen Zeitraum genau der Beginn der Züchtung der Beagle zurückgeht, lässt sich nicht klar verfolgen. Erste Hinweise zu den Hunden gab es bereits in der Antike. Bekannt wurde die Rasse allerdings durch ihre Einsätze am Königshof in England. Entstanden ist die Rasse aus den Foxhounds, die zur Jagd von Füchsen eingesetzt wurden. Benötigt wurde ein Laufhund mit einer geringeren Widerristhöhe.

So ist mit dem Beagle eine Form der Schweißhunde gezüchtet worden, die durch ihre geringere Schulterhöhe hervorragend für die Hasenjagd geeignet waren. Als Jagdhund wird der Beagle in der Meute losgeschickt. Der hervorragende Geruchssinn sowie die Geduld führte bei dem Meutehund zu schnellen Erfolgen.

Noch heute kommen Beaglemeuten als Jäger zum Einsatz, allerdings ausschließlich zum sogenannten „Beagling“. Hierbei handelt es sich um die reine Hasenjagd. Die Hunderasse wird beim FCI der Gruppe 6 zugeordnet und gehört damit zu den Laufhunden und Schweißhunden.

Interessant: In Deutschland findet sich der Beagle heute auf der Liste der zehn beliebtesten Rassen und wird vor allem als Familienhund gehalten, kommt aber auch als Filmhund zum Einsatz, da er sehr gelehrig ist.

Aussehen

Bei einer Widerristhöhe von 33 bis hin zu 40 cm, verfügt der Beagle über einen sehr stabilen und muskulösen Körperbau. Die Ohren sind lang und hängen nach unten, dadurch neigt die Hunderasse häufiger zu Entzündungen in diesem Bereich. Der Rücken der Beagle-Hunde ist kurz und ermöglicht ihnen einen schnelle sowie ausdauernde Bewegung.

Der Beagle verfügt über ein kurzes und dichtes Fell, mit dem sie sehr gut für jedes Wetter gerüstet sind. Die Fellfarben können variieren. Die meisten Tiere haben jedoch drei Farben. Die Grundlage ist Weiß; Flecken in Schwarz und Braun oder Beige zieren den Beagle an verschiedenen Stellen seines Körpers.

Durch seinen kompakten Körperbau wirkt der Beagle schnell gedrungen und fast schon dick. Er neigt jedoch auch zu einer starken Verfressenheit, was sich häufig in Übergewicht zeigt.

Charakter

Selbstbewusstsein, Sturheit und Familiensinn sind die Eigenschaften, die einen Beagle besonders auszeichnen. Die Rasse gilt als echter Sturkopf, wenn es nicht nach seinem Willen geht. Das zeigt sich vor allem beim starken Jagdinstinkt. Es kann Ihnen passieren, dass der Hund beim Auslauf eine Spur aufnimmt und dann nicht auf Rufe reagiert. Ist er fündig geworden oder bricht er seine Suche ab, macht er sich aber immer wieder auf den Weg zu seinem Rudel.

Der Beagle hat eine hohe Zielstrebigkeit und setzt seinen Willen gerne durch. Nicht umsonst werden die Hunde auch als Ausbrecherkönige bezeichnet. Durch ihre Ausdauer beschäftigen sie sich in unbeobachteten Momenten gerne damit, nach einem Schlupfloch in die Freiheit zu schauen. Die Ausbruchskünstler buddeln dafür tiefe Löcher oder zwängen sich durch den Zaun.

Eine der wohl bekanntesten Charaktereigenschaften ist die Verfressenheit. Für die Erziehung des Hundes ist das optimal, da Sie so gut mit einem Belohnungssystem arbeiten können. Allerdings sollten Sie beachten, dass der Beagle nicht wählerisch ist und auch unterwegs vom Boden alles aufhebt. Hier ist Vorsicht gefragt.

Trotz seines selbstbewussten Charakters ist der Beagle ein sehr geeigneter Familienhund. Er ist anhänglich und liebt Streicheleinheiten. Hat er einmal eine enge Beziehung zu einem Menschen aufgebaut, ist er diesem treu ergeben.

Lebenserwartung

Als mittelgroße Rasse hat der Beagle eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Allerdings gibt es einige Punkte, die eine Lebenserwartung auch verkürzen können:

  • Falsche Ernährung: Beagles haben immer Hunger und fressen, was ihnen angeboten wird. Bei einer unausgewogenen und falschen Ernährung kann es zu Übergewicht und damit zu einer verkürzten Lebenserwartung kommen.

  • Fehlende Bewegung: Der Beagle benötigt viel Auslauf. Zu wenig Bewegung fördert Übergewicht und schadet den Muskeln.

  • Fehlende Ruhe: Die Hunderasse ist stets stark konzentriert und auf der Suche nach einer Fährte. Umso wichtiger sind Ruhezeiten, in denen der Stress nachlässt und der Hund sich entspannen kann.    

Ernährung

Eine Herausforderung bei der Ernährung des Beagles ist es, die richtige Menge zu finden. Da die Hunderasse sehr verfressen ist, neigt der Beagle zum Betteln. Wichtig ist es, dass Sie die Menge des Futters konsequent im Blick behalten. Leckerlis müssen mitgerechnet werden.

Ein gutes Alleinfutter, das über wertvolle Inhaltsstoffe verfügt, versorgt den Beagle mit allen wichtigen Nährstoffen. Testen Sie aus, ob Ihr Hund lieber Trockenfutter oder lieber feuchtes Futter mag. Grundsätzlich können Sie sich auch für Barf entscheiden. Allerdings neigen die Hunde dazu, große Stücke zu schlingen. Das birgt Gefahren für die Erstickung.

Die Fütterzeiten sollten zweimal täglich sein. Nach dem Fressen benötigt der Beagle Ruhe, bevor es wieder an den Auslauf geht.

 

Haltung & Platzbedarf

Von der Größe her findet der Beagle auch in Wohnungen seinen Platz. Allerdings liebt er die Ruhe und die Abgelegenheit und fühlt sich daher auf dem Land in einem Haus mit Garten besonders wohl. Seine kurzen Beine sind nicht auf das Treppensteigen ausgelegt. Das sollte möglichst vermieden werden.

Die Haltung in der Stadt kann bei der Hunderasse großen Stress auslösen. Durch den hervorragenden Geruchssinn wirken die Gerüche der Stadt stark auf den Hund ein, können ihn verwirren und verunsichern.

Harmonie

Der Beagle ist eine sehr soziale Hunderasse, die sich sowohl mit Artgenossen als auch mit anderen Haustieren und mit Menschen sehr gut versteht. Die Gewöhnung an Katzen, Meerschweine oder Hasen sollte langsam und mit viel Geduld erfolgen, da der Jagdtrieb der Rasse hier hervorkommen kann.

Für ein ausgeglichenes Wesen benötigt er viel Auslauf. Mehrmals am Tag sollte er zu einem Spaziergang mitgenommen werden. Ebenfalls sehr gut geeignet ist ein Training in der Hundeschule. Dabei liegt der Fokus weniger auf klassischem Hundesport als eher auf Unterhaltung, bei der sein Jagdtrieb gefordert ist.

Beagles lieben das Wasser und den Wald. Die Meutehunde stören sich nicht an Schmutz, lassen sich dann aber auch gut wieder waschen. Nehmen Sie ihn mit auf Reisen, fühlt er sich in einer Box wohl und kann hier entspannen. Ebenfalls gefragt ist die geistige Herausforderung. Suchspiele, Arbeiten mit dem Dummie und der Schleppleine sorgen dafür, dass alle Eigenschaften des Beagles gefordert werden.

Zeitaufwand

Durch sein kompaktes und freundliches Aussehen wird der Beagle gerne von Anfängern als Familienhund ausgewählt. Dabei steht hinter diesem Aussehen ein starker Charakter mit sturen Akzenten. Umso wichtiger ist es, viel Zeit für die Erziehung und die Betreuung einzuplanen.

Ein Besuch der Hundeschule sorgt dafür, dass Sie mehr über das Wesen des Beagles lernen und gleichzeitig erfahren, wie Sie ihn auslasten können. Vergessen Sie auch nicht, lange Kuschelstunden einzuplanen. Wenn es um Streicheleinheiten geht, ist der Beagle sehr ausdauernd.

Erziehung

Bei der Erziehung des Beagles ist einer der wichtigsten Faktoren die Konsequenz. Durch seinen Sturkopf versucht der Hund, die Grenzen auszutesten und ist dabei sehr ausdauernd. Zeigen Sie keine Konsequenz, animiert dies den Hund, seine eigenen Wege zu gehen.

Nach dem Aufbau einer engen Beziehung und einer vertrauten Basis sollte daher ab der Welpen Zeit mit den Grundkommandos begonnen werden.

Empfehlenswert ist zudem ein Giftköder-Training. Hier lernt der Hund, nicht alles zu fressen. Dies dient seinem eigenen Schutz. Die Hundeschule ist bei der Erziehung eine große Hilfe. Regelmäßige Treffen mit Artgenossen in der Hundeschule werden zudem vom Hund gut angenommen.

Pflege

In der Fellpflege ist der Beagle unkompliziert. Die Konzentration sollte stattdessen auf die Ohren gelegt werden. Durch das schwere Gehänge zeigen sich bei den Ohren häufiger Entzündungen. Diesen kann durch eine regelmäßige Reinigung vorgebeugt werden. Die Reinigung der einzelnen Falten und Mulden im Ohr wird mit etwas Watte durchgeführt. Dadurch werden auch Milben, Gras und andere Fremdkörper entfernt.

Sein Engagement im Wasser und im Wald führt häufiger zu Verletzungen der Pfoten. Eine regelmäßige Kontrolle auf offene Wunden oder kaputte Krallen ist wichtig.

Gesundheit

Die Hunderasse gilt als robust, weist jedoch rassetypische Erkrankungen auf, die durch eine jahrhundertelange Zuchtlinie entstanden sind. Achten Sie daher bei der Auswahl Ihres Hundes darauf, dass die Elterntiere möglichst frei von Erbkrankheiten sind. Dies lässt sich durch verschiedene Gentests belegen.

Besonders häufig treten die folgenden Erkrankungen auf:

  • Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS)
  • Musladin-Lueke Syndrom (MLS)
  • Faktor VII Mangel
  • Weitwinkel-Glaukom
  • Lafora-Epilepsie
  • Hound-Ataxie
  • Beagle-Pain-Syndrom

Bei reinrassigen Beagles zeigen sich öfter Erkrankungen mit einem Glaukom oder einer Retina-Atrophie. Der Tierarzt prüft bei der Kontrolle daher mögliche Färbungen oder Veränderungen des Auges.

Häufig auftretende Krämpfe werden beim Beagle oft fälschlicherweise als Epilepsie diagnostiziert, können aber auf die Lafora-Erkrankung zurückgehen. Die Stoffwechselkrankheit tritt bei dieser Rasse häufiger auf und führt zu akuten Sehstörungen sowie zu Krämpfen.

Wichtig: Suchen Sie nach einem Tierarzt, der sich mit der Rasse auskennt. Durch Früherkennung lassen sich rassetypische Erkrankungen nachhaltig und schnell behandeln.

Kostenpunkt

Neben den Kosten für die Anschaffung fallen für den Beagle monatlich durchschnittlich rund 100 Euro an. Abhängig davon, ob Sie eine Hundeschule aufsuchen, kann der Betrag auch höher liegen. Sie benötigen für den Hund vor allem ein hochwertiges und ausgewogenes Futter.

Der Beagle ist normalerweise robust und neigt nicht zu ständigen Erkrankungen. Wenn es jedoch zum Ausbruch einer Erkrankung kommt, kann die Behandlung teuer werden. Viele Halter entscheiden sich daher für den Abschluss einer Tierkrankenversicherung. Achten Sie darauf, dass die Kostenübernahme für rassetypische Erkrankungen nicht ausgeschlossen wird.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Der Beagle wurde für die Jagd gezüchtet, wird in Deutschland jedoch sehr gerne als Familienhund gehalten. Sein treuer Charakter und seine stoische Ruhe zeichnen ihn dafür aus.

Möchten Sie sich einen Hund dieser Rasse anschaffen sollten Sie beachten, dass sein Jagdtrieb und der Bewegungsdrang nach wie vor vorhanden sind. Ohne ausreichende Bewegung nimmt er zudem schnell zu. Daher braucht der Beagle täglich viel Bewegung und geistige Herausforderungen.

 

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