Ragdoll

Dass die Ragdoll keinen Schmerz fühlen kann, hat sich als Irrglaube entpuppt. Ihren Spitznamen “Stoffpuppe” haben die Samtpfoten behalten. Die Ragdoll besitzt eindrucksvolle blaue Augen und ein Siamesen-Abzeichen.

Erfahren Sie in unserem Rassekatzen-Porträt mehr über die verspielten und anhänglichen Tiere, welche gerne unternehmungslustig auf Streifzug gehen und sich ihre Eigensinnigkeit behalten haben. 

Steckbrief Ragdoll

  • Rasse: Ragdoll
  • Herkunft: USA, Kalifornien
  • Gewicht: Kater: 6,5 bis 10 kg, Katze: 4,5 bis 6,5 kg
  • Größe: groß, 100 bis 120 cm Nasen-Schwanz-Länge
  • Alter: 12 bis 15 Jahre
  • Charakter: sanft, verspielt, menschenbezogen, ausgeglichen, gutmütig
  • Fell und Farbe: langes und seidenweiches Fell, anerkannte Farben: Schwarz, Blau, Lilac, Chocolate mit unterschiedlichen Musterungen
  • Pflege: mittel
  • Bewegungsdrang: mittel
  • Besonderheiten: Körper erschlafft beim Hochheben, menschenbezogen, junge Rasse

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Bei der Ragdoll handelt es sich um eine relativ neue Katzenrasse. Die halblanghaarige „Lumpenpuppe“ machte erstmals in Kalifornien im Jahre 1963 von sich reden. Mit der Entstehung dieser Katzenrasse entstanden wohl die „abenteuerlichsten“ Stories.

Angeblich stammt die Ragdoll von einer weißen Langhaarkatze namens Josephine ab. Die werdende Mutter wurde angeblich von einem Auto angefahren, wodurch die Kitten vollkommen schmerzunempfindlich geworden sein sollen und sich regelrecht tot stellten, sobald sie auf den Arm genommen wurden.

Die Genetik der Tiere schließt eine derartige Wirkung auf das Schmerzverhalten jedoch aus. Viel logischer erscheint die Tatsache, dass bei der Verpaarung einer Birma mit einer vermutlich nicht reinrassigen Langhaarkatze besonders sanftmütige Kitten geboren wurden.

Fachleute haben bestätigt, dass es keine Unterschiede zwischen dem Aufbau des zentralen Nervensystems bei Ragdolls und anderen Katzenrassen gibt. Züchter und Liebhaber der Rasse behaupten jedoch weiterhin gerne, dass es sich um ungewöhnlich sanftmütige Tiere handelt.

Die Züchterin Ann Baker begann mit der Zucht dieser Rasse, indem sie einen Kater aus dem Wurf der Langhaarkatze Josephine mit verschiedenen Maskenkatzen verpaarte. Sie meldete den Namen Ragdoll zum Patent an und erließ strenge Auflagen für die Zucht. Dass die Ragdoll keine ausgesprochen seltene Rasse geblieben ist, verdanken wir verschiedenen Familien, die ebenfalls mit der Zucht begannen. 

In jüngster Zeit wurden einige Rassevarianten mit ähnlich liebenswertem Wesen gezüchtet. Ein Beispiel hierfür ist die RagaMuffin, die in zahlreichen Fellfarben und Zeichnungen vorkommt.

In Europa wurde die Ragdoll in den 1980er Jahren eingeführt. Die Bicolour-Version wurde von der FIFé im Jahr 1992 anerkannt. Innerhalb weniger Jahre etablierte sich diese sanfte Familienkatze dann zu einer der beliebtesten Katzenrassen.   

Aussehen

Die Ragdoll ist eine mittelgroße bis große Katze mit einem starken Körperbau, einem großen Kopf und einem breiten Brustkorb. Die saphirblauen Augen sind ausdrucksvoll und stehen weit auseinander. Der keilförmige Kopf wird von runden Wangen und einer weich abgerundeten Schnauze bestimmt.

Die kräftige Gesamterscheinung wird von einem langen und buschigen Schwanz unterstrichen. Die Beine sind relativ kurz und enden in großen, runden Pfoten, die mit Haarbüscheln besetzt sind. Dabei sind die Hinterbeine deutlich länger als die Vorderbeine.

Das seidige Fell der Halblanghaar-Katze ist weich und flauschig. Die Ragdoll besitzt eine deutliche Halskrause und an den Hinterbeinen „Pluderhosen“.

Anerkannt sind folgende Fellfärbungen:

  • Bicolour
  • Colorpoint (heller Körper, dunkle Points)
  • Mitted (wie Colorpoint, Kinn, Brustlatz und Füße weiß)

Farbschläge:

  • Seal
  • Blau
  • Lilac
  • Rot
  • Creme
  • Chocolate
  • Schildpatt
  • Tabby

Charakter

Die Ragdoll schleicht sich auf leisen Pfoten in das Herz ihrer Besitzer. Die Tiere sind ruhig, ausgeglichen und sehr menschenbezogen. Eine Ragdoll möchte nicht allein gelassen werden, weder am Tage noch in der Nacht. Wundern Sie sich also nicht, wenn die Miezen gerne mit im Bett schlafen möchten.

Eine Ragdoll lebt nicht nur bei Ihnen, sondern stellt auch den Mittelpunkt der Familie dar und möchte kein Geschehen verpassen. Diese Katze ist eine imposante Erscheinung, wobei sie sich keinesfalls tollpatschig präsentieren wird. Waghalsige Klettermanöver bleiben jedoch aus.

Auch wenn die Ragdoll als stiller Vertreter ihrer Zunft bezeichnet werden kann, spielen die Tiere sehr gern. Zu Kindern fühlen sich die plüschigen Samtpfoten besonders hingezogen. Fehlt es der Ragdoll an nichts, wird sie selten miauen. Verlangen die Tiere nach mehr Aufmerksamkeit oder sind zu Protest aufgelegt, werden Sie überrascht sein, welche beachtliche Lautstärke die sanftmütige Ragdoll an den Tag legen kann.   

Lebenserwartung

Die Ragdoll zählt zu den Spätentwicklern im Katzenreich. Bis zu drei Jahre können vergehen, bis eine Ragdoll vollständig ausgewachsen ist und ihr Endgewicht erreicht hat.

Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei etwa 14 Jahren. Sie können die Gesundheit der Katzen durch eine artgerechte Haltung und Fütterung beeinflussen. Regelmäßige Tierarztbesuche helfen dabei, gesundheitliche Defizite frühzeitig aufzudecken, um so die Gesundheit der Tiere zu erhalten.


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Ernährung

Die Ragdoll selbst ist nicht besonders anspruchsvoll, was ihre Ernährung betrifft. Sie als Katzenhalterin sind gefragt. In den Napf gehört nur hochwertiges Katzenfutter mit einem hohen Anteil an Muskelfleisch. Weiterhin benötigen die Tiere Taurin, Vitamine und Mineralstoffe.


Wichtig!

Das Katzenfutter sollte möglichst getreidefrei sein, denn die Ragdoll besitzt eine sensible Verdauung, die nicht auf die Verwertung von Getreide ausgelegt ist.

Gerne angenommen werden von den Vierbeinern:

  • Huhn
  • Putenfleisch
  • Rindfleisch
  • Wild
  • Reis
  • Hüttenkäse
  • hartgekochte Eier 

Nicht in den Fressnapf gehören dagegen Schweinefleisch oder Süßspeisen.

Eine Möglichkeit der artgerechten Katzenernährung ist die Rohfütterung. Beim Barfen füttern Sie lediglich rohes Fleisch und entsprechende Supplemente, damit Mangelerscheinungen ausgeschlossen werden können. Wenn Sie sich für das Barfen interessieren, helfen Ihnen zahlreiche Fachbücher wie Internet-Beiträge weiter. Sind Sie unsicher, welche Futtermenge die Ragdoll benötigt, besprechen Sie sich mit einem Tierarzt.

Haben Sie ein Kätzchen bei sich aufgenommen, wird dieses bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres mehrere Mahlzeiten pro Tag benötigen. Ausgewachsene Ragdolls werden bis zu zweimal täglich gefüttert.

Eine Ragdoll mit einem Gewicht von fünf Kilogramm benötigt etwa 250 Gramm Nassfutter oder 75 Gramm Trockenfutter täglich.        

Haltung & Platzbedarf

Eine Ragdoll mag Abwechslung. Ein Fensterplatz wird gerne angenommen. Noch besser eignet sich ein katzensicherer Balkon, wo viele Eindrücke auf die Tiere einströmen und Sie verschiedene Geräusche und Gerüche wahrnehmen können. Die neugierigen Tiere möchten überall mit dabei sein, da sie sich für alles interessieren, was um sie herum geschieht. Dabei ist die Neugier meist stärker als Furcht oder Skepsis.

Der soziale Kontakt ist das Lebenselixier der menschenbezogenen Katzen. Sind Sie häufig daheim, wird dies Ihre Katze freuen. Bei längerer Abwesenheit bietet es sich an, eine Zweitkatze anzuschaffen. Hier sind eine weitere Ragdoll oder ruhigere Rassen wie Perser und Britisch Kurzhaar zu empfehlen.


Gut zu wissen!

„Die gutmütigen Tiere misstrauen weder Artgenossen noch fremden Menschen. Daher sind Ragdolls als Freigänger vielen Gefahren ausgesetzt. Gegen einen geschützten Freigang im Garten spricht dagegen nichts.“

Dennoch benötigt die Ragdoll genügend Bewegungsfreiheit, da es sich um eine größere Katzenrasse handelt. Daher sollte Ihre Wohnung auch nicht zu klein sein. Mit deckenhohen Kratzbäumen, Fensterliegen oder regalähnlichen Klettermöglichkeiten kann Ihr Haustier jedoch auch einen kleineren Raum mehrdimensional begehen und erkunden.      

Harmonie

Die Ragdoll ist ein ausgeglichener Haustiger und sehr gut für Familien mit Kindern geeignet, da sie sanft und geduldig mit Kindern umgehen und sich auch bereitwillig herumtragen lassen. Für Harmonie ist also gesorgt.

Ragdolls suchen den kompletten Familienanschluss und folgen Frauchen gern auf Schritt und Tritt. Katzen werden gemeinhin gern als Einzelgänger bezeichnet. Dies trifft auf die Ragdoll nur bedingt zu, denn die sozialen Tiere verstehen sich ausgezeichnet mit Artgenossen. Auch ein Zusammenleben mit Hund kann gut funktionieren – besonders, wenn beide Tiere als Welpen angeschafft werden und gemeinsam aufwachsen.    

Zeitaufwand

In kurzer Zeit wird die Ragdoll Sie in ihr Herz geschlossen haben. Was nun gefordert wird, ist Ihre Zeit. Die Tiere möchten nicht nebenher, sondern mit Ihrem Frauchen leben und möglichst jeden Moment mit Ihnen teilen.

Wenn Sie tagsüber viel beschäftigt und außer Haus sind, ist die Ragdoll definitiv nicht die richtige Katze für Sie. Es sollte möglichst rund um die Uhr jemand daheim sein. Daher sind Ragdolls ideale Familienkatzen. Ihre Abwesenheit können Sie mit der Anschaffung einer Zweitkatze für gewisse Zeit kompensieren. Tägliche Spiel- und Schmuseeinheiten sind beim Zusammenleben mit der Ragdoll jedoch Pflichtprogramm.  

Erziehung

Eine Ragdoll ist dankbar, wenn Sie dem Tier Ihre Aufmerksamkeit schenken. Umso leichter fällt es, den schlauen und gelehrigen Tieren einige Grundregeln des Zusammenlebens beizubringen.

Eine strenge Erziehung ist bei den sensiblen Vierbeinern fehl am Platz. Stattdessen sollten Sie freundlich und konsequent vorgehen. Dabei hilft Ihnen die Methodik der positiven Verstärkung. Damit ist gemeint, dass die Katze für ein positives Verhalten gelobt wird. Die Tiere merken sich die Belobigung und zeigen die erwünschte Verhaltensweise fortan öfter.

Bei der Erziehung können Sie sich auch den Spieltrieb der Tiere zunutze machen. Spielerisch können die Katzen zum Beispiel lernen, nicht auf den Esstisch zu hüpfen oder sich an eine Transportbox zu gewöhnen. 

Pflege

Das dicke und dichte Halblanghaar-Fell sollte regelmäßig gepflegt werden. Dennoch hält sich der Aufwand in Grenzen. Das Haarkleid der Colourpoint verfilzt selten und neigt auch kaum zur Knötchenbildung. Es genügt, wenn Sie das Fell gelegentlich bürsten. Beim Fellwechsel sollte die Bürstenmassage möglichst täglich erfolgen, damit sich lose Haare besser lösen.

Wenn Sie die Katze bereits frühzeitig an Kamm und Bürste gewöhnen, wird sie sich vor der Fellpflege nicht scheuen, sondern sie sogar genießen. Schließlich liebt die Ragdoll nichts mehr als menschliche Zuwendung.

Gesundheit

Viele Jahre hat sich die Behauptung gehalten, eine Ragdoll würde keine Schmerzen verspüren. Dieses Gerücht wurde von der amerikanischen Züchterin verbreitet, vermutlich um den Bekanntheitsgrad der neuen Rasse zu steigern. Es entspricht jedoch nicht der Wahrheit.

Natürlich empfindet eine Ragdoll Schmerzen. Vermutlich sind die Tiere nur weniger empfindlich als so mancher Artgenosse. Dies kann aufgrund epistatischer Wechselwirkungen bereits in den Genen der Tiere liegen.

Die Ragdoll ist eine robuste und allgemein gesunde Rasse. Allerdings neigt diese Katze dazu, am Unterbauch Fett anzusetzen. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig das Gewicht Ihrer Samtpfote und achten Sie auf hochwertiges und zuckerfreies Futter.


Schon gewusst?

„Auch in Leckerlis, Cremes und Pasten ist häufig Zucker versteckt.“

Als Hauskatze kann eine Neigung zu HCM, einer Herzkrankheit nicht ausgeschlossen werden. Ein Gentest kann die Veranlagung zu dieser tödlich verlaufenden Erkrankung aufdecken.    

Züchter

Wenn Sie die Anschaffung einer Ragdoll planen, sollte Sie der Weg zu einem seriösen und erfahrenen Züchter führen. Diese Katzenhalter sind sich ihrer Verantwortung bewusst und achten auf die Gesundheit und die artgerechte Haltung ihrer Tiere.

Die Kitten werden frühestens mit zwölf Wochen an Ihre neuen Besitzer abgegeben. Bis dahin sind die Kätzchen futterfest, stubenrein und haben alles Notwendige von der Katzenmama gelernt.

Ein seriöser Züchter gibt gern Einblicke in seine Zucht, sodass Sie die Kitten und Elterntiere zuvor besichtigen können. Bei der Abgabe erhalten Sie Dokumente, in denen die Gesundheitsvorsorge beim Tierarzt festgehalten wurde. Bei Zuchttieren wird Ihnen auch der Stammbaum ausgehändigt.     

Kostenpunkt

Mit der Anschaffung eines Vierbeiners kommen auch Kosten auf Sie zu. Zunächst gilt es, den recht hohen Kaufpreis der Ragdoll zu bedenken. Zuchttiere können bis zu 1.000 Euro kosten.

Bevor das Kätzchen einzieht, wird eine Erstausstattung benötigt.

Dazu zählen:

  • Katzenbox
  • Katzentoilette
  • Fressnäpfe
  • Katzenstreu
  • Kratzbaum
  • Katzenkorb
  • Kamm und Bürste
  • Spielzeug

Für eine einfache Grundausstattung zahlen Sie etwa 250 Euro. Möchten Sie mit einem deckenhohen Kratzbaum und weiteren Kletterelementen für ein katzenfreundliches Zuhause sorgen, kann schnell das Doppelte bis Dreifache an Kosten anfallen.

Bei der Ragdoll ist mit laufenden Futterkosten von monatlich etwa 100 Euro zu rechnen. Kalkulieren Sie in Ihr Budget auch regelmäßige und unvorhergesehene Tierarztbesuche ein.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulegen möchte?

Die Ragdoll ist eine Katze, die einige Ansprüche an Sie stellt. Haben Sie wenig Zeit, werden Sie der anhänglichen Wohnungskatze nicht gerecht werden können. In der Wohnung dürfen einige Umbauten notwendig werden, denn die Tiere spielen und klettern gern und benötigen einen Platz zum Ruhen, Kuscheln, Spielen und Beobachten.

Die Ragdoll ist eine liebevolle Familienkatze, die sehr geduldig mit Kindern umgeht und sich auch mit anderen Haustieren versteht. Leben Sie allein und gehen ganztags arbeiten, können Sie diesen Tieren kein artgerechtes und liebevolles Zuhause bieten.

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