Siamkatze

Mit einer Siam haben Sie den Hund unter den Katzen gefunden. Die extrovertierten Tiere machen mit einer Stimme in verschiedenen Tonlagen von sich reden. In Sachen Apportieren steht die schlanke Exotin dem Hund in nichts nach. Unser Rassekatzen-Porträt entführt Sie in die Welt einer aktiven Frühaufsteherin, die auch schon mal die Tür zum Schlafzimmer öffnet und gerne im Mittelpunkt steht. 

Steckbrief Siamkatze

  • Rasse: Siamkatze
  • Herkunft: Siam, heute Thailand
  • Gewicht: Kater: 4 bis 5 kg, Katzen: 3 bis 4 kg
  • Größe: mittelgroß
  • Alter: 15 Jahre und älter
  • Charakter: gesellig, menschenbezogen, lebhaft, kommunikativ, freundlich, verspielt
  • Fell und Farbe: kurzes, feines und seidiges Fell, Abzeichen können Seal, Blau, Lilac, Zimt, Rot, Creme, Schildpatt oder Tabby gemustert sein; besitzt eine Maskenzeichnung (Points)
  • Pflege: gering
  • Bewegungsdrang: mittel bis hoch
  • Besonderheiten: eine der ältesten Katzenrassen, gesprächigste Katzenrasse mit umfangreichem Repertoire an Lauten, verträgt sich mit Hunden

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Bereits auf Abbildungen aus dem 16. Jahrhundert in Siam (dem heutigen Thailand) erkennt man Katzen, die den heutigen Siamesen ähneln. Die Herkunft ist nicht genau bekannt. Allerdings wurde überliefert, dass die Siamesen bereits vor Jahrhunderten als Tempelkatzen gehalten wurden.

Die Tiere genossen hohes Ansehen und waren nur Mönchen und Monarchen vorbehalten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert schenkte der König von Siam dem britischen Generalkonsul zwei Siamkatzen. Damit wurde die Zucht in Europa begründet. Die ersten Tiere schielten und besaßen einen Knickschwanz. Züchter hielten sich zunächst an diesen Erbgang, bald wurden diese Eigentümlichkeiten jedoch beseitigt.

Das Gerücht, die echte Siamkatze besitzt ein rundliches Gesicht, hält sich recht hartnäckig. Tatsächlich wurden diese Tiere im Jahre 1871 im Londoner Kristallpalast als „Mardergesicht“ der Öffentlichkeit präsentiert. Durch eine auf Milch und Brot basierende falsche Ernährung blieben Zuchterfolge aus. Daraufhin wurden Hauskatzen eingekreuzt. Daraus erfolgte dann die Thaikatze.

Der erste Rasse-Standard wurde 1892 festgelegt. Das allgemeine Interesse für die Tiere wuchs. Allerdings gestaltete sich die Zucht zu Beginn beschwerlich. Siamkater mussten aus Thailand importiert werden, weshalb der Inzucht-Faktor hoch war. Dadurch entstanden Erbkrankheiten, welche den Tieren zum Teil bis heute anlasten.

In den 1950er Jahren waren die Siamesen in Europa und Amerika allgemein beliebt. Der Rasse-Standard wurde angepasst, sodass auch neue Farbschläge anerkannt wurden. So kristallisierten sich auch die bereits erwähnten Siam-Typen heraus. Während die modernen Siamesen weltweit als eigenständige Rasse akzeptiert und geführt werden, hat es die Thaikatze schwerer und wird nur von wenigen Zuchtverbänden anerkannt. (WCF, GCCF, TICA)      

Aussehen

Die Siamkatze ist eine blauäugige Kurzhaarkatze, die besonders schlank und hochbeinig wirkt. Der Schwanz ist ebenfalls lang und dünn. Dagegen sind die Pfoten klein und oval, mit dunkelbraunen Pfotenballen. Der Kopf ist keilförmig und mit auffallend großen Ohren besetzt. Sie besitzt keine Stupsnase, sondern eine lange und gerade Nase. Ihre mandelförmigen Augen stehen leicht schräg und sind intensiv blau gefärbt.


Gut zu wissen!

„Der ältere Typ der Siamkatze, die Thaikatze, besitzt einen etwas rundlicheren Körperbau.“

Die Siamkatze kennzeichnet eine typische Fellzeichnung: auf dem hellen Körper zeichnen sich dunklere Points ab. Diese treten an Kopf, Beinen und Schwanz in Erscheinung. Am bekanntesten sind braune (seal-point) Siamesen. Zahlreiche weitere Farbschläge, auch in tortie (gefleckt) oder getigert sind möglich.

Die Fellzeichnung ist auf ein Gen zurückzuführen, welches in den wärmeren Körperbereichen eine Pigmentierung verhindert. Dieser Teil-Albinismus verdeckt damit die eigentliche Fellfarbe, die nur in den dunkleren Bereichen sichtbar bleibt.

Charakter

Siamkatzen besitzen einen feurigen Charakter, der das Leben mit ihnen nie langweilig werden lässt. Sie möchten immer dabei sein und fordern Aufmerksamkeit, Schmuse- oder Spielstunden lautstark ein. Die anhänglichen Tiere vereinnahmen Frauchen voll und ganz. Gelegentliches spielen und schmusen ist nicht genug. Die Siamkatze steht einfach immer im Mittelpunkt.

Das Temperament der Siamkatzen ist mit keiner anderen Katzenrasse vergleichbar. Siamesen scheinen immer aktiv zu sein, spielen leidenschaftlich gern, toben wild umher und schmusen hingebungsvoll mit Frauchen. Sie bekommen es mit einem Energiebündel zu tun, welches sich seinen Menschen vollkommen hingibt, das Gleiche aber auch von seinem Halter verlangt.  

Lebenserwartung

Siamkätzchen sind zunächst hell gefärbt. Die charakteristischen Points bilden sich erst nach und nach heraus. Die endgültige Scheckung des Fells können Sie ab einem Alter von etwa neun Monaten erkennen. 

Folgende Pigmentierungen sind anerkannt:

  • Seal
  • Blue
  • Lilac
  • Chocolate

Es sind jedoch mehr als 100 Farbvarianten bekannt. 

Siamkatzen zählen nicht nur zu den ältesten Katzenrassen, sie können auch überdurchschnittlich alt werden. Dabei sind 15 bis 18 Jahre keine Seltenheit. Diese hohe Lebenserwartung musste sich jedoch erst entwickeln. Als die ersten Siamkätzchen vor mehr als 100 Jahren eingeführt wurden, überlebten viele das raue Klima in unseren Breitengraden nicht.


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Ernährung

Ein Energiebündel wie Ihre Siamkatze benötigt eine gesunde, vollwertige und artgerechte Ernährung. Die anspruchsvolle Siamesin kann sich bei der Gestaltung des Speisezettels durchaus als wählerisch erweisen. Geduld beim Futterwechsel ist notwendig.

Achten Sie auf einen hohen Fleischanteil und verzichten Sie auf Katzenfutter, welches folgende Bestandteile aufweist:

  • tierische Nebenerzeugnisse (Fell, Klauen, Schnäbel …)
  • Zucker
  • Getreide (hoher Anteil)
  • Geschmacksverstärker

Der natürlichen Katzenernährung kommt das Barfen am nächsten. Diese Rohfütterung verlangt einiges an Erfahrung, da auch die Portionen auf die Bedürfnisse des Tieres hin angepasst werden müssen. Wenn Sie diese Ernährungsform wählen möchten, sollten Sie sich zuvor von einem Tierarzt beraten lassen. Zusätzlich können Sie sich über das Thema in den zahlreichen Publikationen in Print und Web informieren.

Eine ausgewachsene Siamkatze mit einem Gewicht von vier Kilogramm sollte täglich 200 Gramm Feuchtfutter oder 60 Gramm Trockenfutter erhalten. Sie fragen sich nun vielleicht, woher dieser Mengenunterschied kommt. Nassfutter enthält bis zu 80 Prozent Feuchtigkeit. Entsprechend geringer ist der Nährstoffgehalt.          

Haltung & Platzbedarf

Neben der Perserkatze gilt die Siamesin als beliebteste Rassekatze. Die menschenbezogenen Tiere vergöttern ihre Halter, ähnlich wie wir dies vom Hund kennen. Nicht selten werden die Tiere als Kumpeltyp oder als Hunde unter den Katzen bezeichnet.

Die Tiere verlangen ihrem Halter einiges ab. Als Wohnungskatze wird sich die Samtpfote die komplette Einrichtung zu eigen machen. Sie sollten Ihr Zuhause daher katzengerecht gestalten. Dementsprechend sollten Sie nicht nur ein Katzenkörbchen und einen Kratzbaum aufstellen, sondern auch Pflanzen und Deko-Gegenstände, die Ihnen lieb und teuer sind, in Sicherheit bringen.

Für die Haltung der Siamesen ist es von Vorteil, wenn Sie sich eine Zweitkatze anschaffen. Die Tiere können sich sehr gut miteinander beschäftigen, was Sie etwas entlasten wird.

Harmonie

Die aktiven Tiere erstürmen mit Leichtigkeit Regale und hohe Schränke. Sie werden nicht müde, sich immer wieder neue Streiche auszudenken. Die Harmonie zwischen Katze und Mensch funktioniert am besten, wenn Sie dem Tier rund um die Uhr Ihre Aufmerksamkeit schenken. Da dies schwer möglich ist, werden Sie Ihren Siamesen auch kennenlernen, wenn dieser sich vernachlässigt fühlt und lautstark nach seinem Schmusepartner verlangt.

Eine Einzelhaltung wird für Tiere mit einem derart ausgeprägten Sozialverhalten nicht empfohlen. Siamesen verstehen sich mit Katzen, Hunden und anderen Kleintieren. Als Spielgefährte eignen sich lebhafte Rassen wie Balinesen oder Orientalisch Kurzhaar besonders gut. Mit dem ruhigen Wesen von Perser oder Britisch Kurzhaar können die Energiebündel dagegen wenig anfangen.


Interessant!

Bei der Orientalisch Kurzhaar handelt es sich um eine einfarbige oder getigerte Variante der Siamkatze. Balinesen sind langhaarige Siamkatzen.

In Familien mit Kindern können sich die Siamkatzen gut integrieren. Sie werden sogar dankbar für den zweibeinigen Spielgefährten sein. Der Spieltrieb der Tiere scheint ungebrochen und kann bis ins hohe Alter andauern.

Es gab jedoch auch schon Katzen dieser Rasse, die eine derart intensive Bindung zu ihrem Halter aufgebaut haben, dass keine anderen Tiere im Haushalt geduldet wurden. Dann ist Frauchen umso mehr gefordert, denn Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen außerhalb des Katzen-Haushaltes kann die Harmonie zwischen Katze und Halter schnell beeinträchtigen. 

Der hohe Bewegungsdrang macht die Tiere nicht zu idealen Wohnungskatzen, es sei denn, es steht den Katzen ein ganzes Haus zum Spielen, Toben und Erkunden zur Verfügung. Am wohlsten fühlen sich Siamkatzen als Freigänger, denn dann können sie in einem gesicherten Garten Abenteuer erleben. Auch ein ausbruchsicherer Balkon kann als Alternative dienen.

Siamkatzen sind empfindlich gegenüber Nässe und Kälte. Begrenzen Sie daher einen möglichen Freigang und sorgen Sie dafür, dass ein warmer Rückzugsort zur Verfügung steht.                 

Zeitaufwand

Sie haben viel Zeit und sind bereit, Ihrem Haustier die volle Aufmerksamkeit zu schenken? Dann sind Sie der ideale Spiel- und Schmusepartner für die Siamkatze. Sie werden sich nicht aus der Gegenwart der Siamkatze stehlen können. Die Tiere fordern ihre Aufmerksamkeit ein und werden keine Ruhe geben, bis Sie sich den Katzen ausgiebig widmen.

Für Berufstätige mit vollem Terminkalender sind Siamkatzen gänzlich ungeeignet. Ein leeres Haus ist für die Tiere ein Alptraum. Eine Siamkatze mag Trubel und Action. Am besten teilen sich die einzelnen Familienmitglieder die Verantwortung und verbringen täglich Zeit mit der Katze.

Kann kein Freigang gewährt werden, lassen sich Siamkatzen auch an die Leine gewöhnen und zu einem kleinen Spaziergang durch den Garten animieren.  

Erziehung

Besitzer von Siamkatzen behaupten nicht selten, sich mit ihren Tieren unterhalten zu können. Tatsächlich sind Siamkatzen auffallend kommunikativ und äußern sich in einer facettenreichen Lautsprache.

Dies ist eine gute Basis für Erziehung und Training. Sie sollten bedenken, dass ihr Haustier sehr temperamentvoll sein kann und versuchen wird, sich willens- und lautstark durchzusetzen. Bleiben Sie konsequent, wenn es darum geht, die Siamkatze mit einigen Regeln des Zusammenlebens vertraut zu machen.

Uneingeschränkten Gehorsam werden Sie nicht erwarten können. Lernen die Tiere, dass der Esstisch tabu und die Möbel im Wohnzimmer kein Klettergerüst sind, haben Sie bereits Großes vollbracht. Eifriger bei der Sache sind die Siamesen, wenn es darum geht, kleine Kunststücke zu erlernen und Spielzeug zu apportieren. Hier bietet sich das Clicker-Training an.   

Pflege

Zwar stellt die Siamkatze an ihre Haltung einige Ansprüche, doch dies betrifft nicht die Fellpflege. Bürsten Sie das kurze Fell gelegentlich, damit lose Haare entfernt werden. Das Fell besitzt kaum Unterwolle. Daher haaren die Tiere wenig, beginnen dafür aber auch bei Nässe und Kälte schnell zu frieren.

Das tägliche Bürsten kann zu einem Ritual werden, dass Frauchen und Katze zu schätzen wissen. Die Verwendung einer Massagebürste ist für Ihre Samtpfote eine willkommene Wellnessbehandlung.  

Gesundheit

Da die Zucht nur auf wenige Katzen beschränkt blieb, kam es zu einigen Erbkrankheiten. Der einstige Knickschwanz konnte weitgehend behoben werden und gilt mittlerweile als Fehler im Rasse-Standard.

Hin und wieder werden Kitten mit Wasserkopf geboren. Die Tiere sind nicht lebensfähig. Ein häufigeres Problem, welches mit dem Teilalbinismus in Verbindung gebracht wird, sind vermehrtes Schielen und Augenzittern. Diese Störung wird auf einen Mangel an Melanin zurückgeführt. Weiterhin kann bei der Siamkatze eine Progressiven Retinaatrophie (PRA) auftreten. Diese Krankheit äußert sich zunächst durch Nachtblindheit und führt unbehandelt zum völligen Erblinden.

Für eine Stoffwechselstörung namens Gangliosidose ist ein DNA-Test verfügbar. Bei dieser Störung kommt es zu einer Speicherung nicht abgebauter Fett-Zucker-Verbindungen im Körper. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Tiere aber daraufhin testen.


Hätten Sie’s gewusst?

„Wenn Sie Ihrer Siamkatze einen Verband an der Pfote anlegen müssen, werden Sie beobachten können, dass die dunkle Pigmentierung vorübergehend verschwindet.“

Züchter

Siamkatzen sollten Sie bei einem seriösen Züchter kaufen. Sie sind in Verbänden organisiert und verkaufen untersuchte und sozialisierte Tiere mit den entsprechenden Nachweisen. Ein seriöser Züchter wird auch nichts einzuwenden haben, wenn Sie sich die Tiere anschauen möchten, um Einblicke in die Zucht zu gewinnen.

Wenn Sie selbst mit Ihrer Siamkatze eine Zucht beginnen möchten, sollte beim Kauf auch auf mögliche Abweichungen vom Rasse-Standard geachtet werden:

  • Katze schielt
  • Katze hat keine blauen Augen
  • in den farbigen Fellabschnitten sind weiße Flecken zu sehen
  • am Bauch oder an den Flanken sind Flecken erkennbar
  • in den Abzeichen erkennen Sie Ringe und Streifen

Sollte kein Interesse an einer Zucht bestehen, kann man auch Abstriche im Rasse-Standard hinnehmen oder Sie entscheiden sich für einen Siam-Mix.

Kostenpunkt

Die Anschaffung eines Haustieres ist mit Kosten verbunden. Eine Katze kostet rein statistisch im Laufe ihres Lebens mindestens 5.000 Euro. Für eine Siamkatze vom Züchter zahlen Sie etwa 500 Euro. Zunächst müssen Sie jedoch für eine Grundausstattung sorgen.

Folgende Artikel sollten Sie erwerben, bevor das Kätzchen bei Ihnen einzieht:

  • Katzennäpfe
  • Katzentoilette
  • Kratzbaum
  • Katzentransportbox
  • Katzenkorb
  • Spielzeug
  • Einstreu
  • Futter

Insgesamt wären das ungefähr 400 Euro, wobei Katzenbesitzer die gelisteten Produkte sowohl deutlich günstiger als auch teurer erwerben können. Nach oben sind Ihnen praktisch keine Grenzen gesetzt. Die laufenden monatlichen Kosten liegen bei 50 bis 100 Euro. Regelmäßige Tierarztbesuche sollten ebenfalls im Budget sein, wobei nicht kalkulierbare Kosten für Medikamente und Operationen mit einbezogen werden sollten.

Welche Überlegungen sind notwendig, wenn ich mir diese Rasse zulegen möchte?

Haben Sie viel Zeit? Dann ist eine Siamkatze bei Ihnen gut aufgehoben. Weiterhin werden Sie Geduld und Durchsetzungsvermögen benötigen. Einiges an Katzenerfahrung ist für die eigenwilligen Energiebündel von Vorteil. Wenn Sie als junge und aktive Familie einen geschützten Freigang anbieten können, wird die Siamkatze auch gut zu Ihnen passen.

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